Band 
[Erster Band. - Zweiter Band.]
Seite
115
JPEG-Download
 

115

unsere heiligen Bücher, „und blies ihm den lebendigen Odem inseine Nase," viele dieser Gefäße von Erde, scheint es, haben aber die-sen lebendigen Odem wieder fahren lassen, sonst hätten wir vielleichtweniger zu lachen.

Der Mensch, der Liebling der Natur, brauchte mehr als Nahrung,Kleidung und Männin oder Mann, wenn er nicht unglücklicher alsdie Thiere sein sollte; seine Bedürfnisse und Leidenschaften, sein Vor-und Rückblicken in Zukunft und Vergangenheit sind eine Quelle vonLeiden, die das Thier nicht kennt; Sinne, Kunst, Wissenschaft, Ver-mögen, äußere Verhältnisse,c. machen ihm das Elysium des Lebensnicht selten zum Orkus. Mutter Natur ist meist unschuldig und ent-schädigte ihn durch Freuden, die das Thier nicht kennt, durch die höhe-ren Freuden des Herzens und Geistes, durch das Göttliche, Wahre,Große, Rührende, Schöne und Lächerliche, was ich Auslandes halberzuletzt nenne. Nichts beweist den wohlthätigen Einfluß angenehmergeistiger Gefühle auf das organische Leben besser, als das hohe Altervieler Gelehrten, trotz ihrer gelehrten, giftigen Kämpfe, ihres vielenSitzcns, ihrer angeblichen Ncrvcnanstrcngungcn, ihrer schlechten Diätund ihres noch schlechteren Tabaksdampfcs.

Das Lächerliche, das der liebe Montagnc nos moillouros piLoss >nennt, ist ein wahres Spccificum gegen allen Spleen, und wer diesesNaturmittel nicht zu handhaben versteht, ist in der Arzneikunde noch weitzurück, es wirkt, wie ein schöner Berg wirkt, wenn man aus demengen, finstern Thal seinen Gipfel erreicht hat, begeistert von der rei-neren Luft und schönen Aussicht, neugeboren wie der Schmetterlingaus der Puppe. Menschen, die Andere lachen machen, sind geboreneAerzte, und das Sanitätskollegium sollte Schauspieler und alle Lachen-macher in besondern Schutz nehmen, damit Jeder im Staate wenig-stens einmal des Tages sich satt lache — milla ckies eins linea. - Dadie alten Hofnarren, oft die Gescheitesten am ganzen Hofe, abgekom-men sind, sollte man, statt der Ungnaden oder gar Vcrhaftbefchle,einen Lachordcn errichten mit Klein-, Commandeur- und Großkreuzenfür die ächten Priester des Scherzes, weit weniger zahlreich als an-dere Ordensritter. Ein Volk, das so herzlich lacht, wie z. B. Oester-reicher, denkt an keine Revolution, und da wir einmal das Eintritts-geld in die Welt bezahlt haben, ob sie gleich nicht das beste Theaterist, so laßt uns auch lachen. Die Lachordensritter, um sie vom Adel

I Dar beste Stück an IMS. — r Kein Tag ohne Zeichen (daß elwar Angenehmes flch er-eignete).