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[Erster Band. - Zweiter Band.]
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Moses Mendelssohn mag die Reihe eröffnen, da der alteWolf lateinisch schrieb: „riäentur guas nostra, opinivns absurcka vi-äentur,"' nnd unsere Duodezgenies keine Zeit haben, sich mit denrAlten abzugeben, der in Quart zu schreiben Pflegte und mit Rücksichtauf seine Zeit den Deutschen alle Ehre macht, wäre es auch nur, daßer sich selbst zu verstehen und auch Andern verständlich zu machensuchte — unsern Genies fällt schon das bloße Latein schwer. Mendels-sohn gründet das Lächerliche auf Kontrast zwischen Vollkommenheit undUnvollkommcnhcit, die uns unwichtig ist — aber ist denn jeder Kon-trast lächerlich? dient er nicht auch dem Erhabenen, Großen, Rüh-renden und Sinnreichen'in der Kunst? Wenn Contrast auch eineHauptrolle im Komischen spielt, nicht als Komisches selbst, sondern alsMittel, ist er das einzige Mittel? Nach Snlzer müssen lächerlicheDinge stets etwas Ungereimtes oder nach unserer Ansicht Unmöglicheshaben; aber ist denn der Verstand, worauf diese Definition hinzielt,die einzige Quelle des Komischen? Beiden Philosophen folgen dieFeder, Eschcnburg, Ebcrhardt, Plattner, Mciners rc. und das ganzeHeer deutscher Compendicnschreiber. Meincrs, der in seiner Psycho-logie mit Recht behauptet, daß die größten Geister an dieser Materiegescheitert seien, läßt etwas von einer Vermuthung fallen, die er nochnicht äußern dürfe, wie oben Cäsar, und ging hinaus wie Pilatus,ohne daß, wie ich glaube, die Welt viel dabei verloren hätte. Gesetzt,das Lächerliche ließe sich auf ein Prinzip zurückführen, so würde wohlda, wo ein Kant strauchelte, jener fruchtbare Conipilator den Halsgebrochen haben. Flögel, der weder unter die Philosophen, nochweniger unter die Komiker gezählt werden kann, gehört indessen alsfleißiger Literator noch hicher mit seiner Geschichte der komischen Lite-ratur (mit den Nachträgen VII. B. gr. 8)., wenn es gleich eine aus-wahllose Gallcrie der Hofnarren der Aesthetik ist. Adelung (über dendeutschen Styl H- 206) gibt wohl eine der reichhaltigsten Definitionen,während Möser in seinem Harlekin das Lächerliche höchst einseitig inGröße ohne Stärke setzt (wieder Contrast). Adelung nennt es dieunerwartete und unschädliche Abweichung von einer herrschenden Ana-logie vernünftiger oder ihnen ähnlicher Wesen.

Kant, der große Denker, nennt das Lächerliche einen Affekt ausder Plötzlichen Verwandlung einer gespannten Erwartung in Nichts.Die kritische Philosophie und das Heer der Kantlinge, gewohnt jurarsin vsrbu inagistri, 2 ist napoleonisirt, sonst wäre wohl diese Definition,i CS wird belacht, was nach unserer Meinung als abgeschmackt erscheint. — 2 Auf die