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wörtlich sagen zum Beweise, daß es da nicht auf dem rechten Fleck sitzt.Wie sollten sie Pythagoras Lehre befolgen können: „Verzehre das Herznicht"? Manchmal gleichen sie aber auch Hagedorn's Bären, der nacheiner auf seines Herrn Stirne sitzenden Fliege einen Stein wirft.

Das Herz ist unter allen Muskeln das stärkste Mäuslein, undvon einer solchen Reizbarkeit, daß es sich noch lange nach dem Todefortbewegt, ja bei Scheiutodten hat man es wieder zum Schlagen ge-bracht durch Klystiere. Das Herz, das anfangs senkrecht in der Brust-höhle liegt in gerader Mitte, neigt sich im Alter nach der linken Seiteund in schräger Lage und ist glücklich, daß es noch eine Stütze erhältan dem unter ihm ausgespannten Zwerchfelle. Kaum findet sich etwasUnruhigeres in der Natur, immer und ewig pumpt es die Blutmassevon etwa 28 Pfund im Kreise herum und kann keine Minute ruhen. Mannimmt die Schläge des Herzens gegen die Rippen auf 80 an in einerMinute — 4800 in einer Stunde, und im Jahr 42,048,000 Schläge!Und man will es weiblichen Herzen verübeln, wenn sie so oft denBisthümern i» xartibus inüästiuin l gleichen?

Der Verstand, der immer die reinere Luft höherer Regionen sucht,erstarrt vor Kälte, wenn nicht das Herz zur Seite ist, und das Herzgeht unter in seiner Gluth, wenn es der Verstand nicht abkühlt. DasHerz ist die ältere Schwester und hat die erste Stiinme, der Verstandist der jüngere Bruder, der mit den Jahren ein Recht erhält, mitzu-reden und als Freund zu rathen. Der Mann ist mehr Selbstgefühl,das Weib mehr Mitgefühl, und nur aus der Maatschapij ° beider gehtdas Vollkommene hervor — Zufriedenheit und Ruhe der Seele. Nurgleichzeitige Kultur des Kopfes und Herzens schützt gegen oben genannteGebrechen. Aber wem von unseren Schulgelehrten wäre es noch ein-gefallen, beide zugleich auszubilden, an der Vereinigung beider Kirchenzu arbeiten und die Vernunft zur Mittlerin des objektiven und sub-jektiven, räthselhaften Mikrokosmus zu machen, woraus doch allein diewahre virtus ° hervorgeht? Der doppelte Mensch (Si4ux°r) ist unbe-ständig in allen seinen Wegen, wie die vom Winde gepeitschte Meeres-woge; mit Kopf nnd Herz im Bunde aber steht es, wie mit dem: Lkoussau» in oorpors sano. *

Stehen beide Kollegen in kollegialer Freundschaft, dann kann manauch mit einem warmen Herzen lachen zu einer Zeit, wo die Mensch-heit so viele Fauxpas und Rückschritte macht, und die Menschenhand-

1 Die niemand besitzt. — 2 Der holländische Ausdruck für eine Gescllsch-Ü (HaudeiSae»sellschaft). — 3 Trefflichkeit. — 4 Ein gesunder Geist im gesunden Körper.