Band 
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r.

Ueber die Laune.

Wahres Mitleid jedem Erdensobne.

Den ein erzürnter Gott zum Lohne

Für schwache Menschltchleilen bis zum Grab

Der Laune Dämon übergabt

Ihn lockt des Sonntags Lied. der Lerche Kehle

Umsonst — er überhört Kunst und Natur

Im Kampfe seiner kraulen Seele '

Hört er auf ihr Gewinsel nur.

Laune, in der weitesten Bedeutung jede Gemüthsstimmung, vonder wir keinen rechten Grund anzugeben wissen, ist eine Art leidendenoder leidenschaftlichen Zustandes, wo die gerade vorherrschende äuge-nehme oder unangenehme Empfindung ohne bestimmten Gegenstand sichunserer bemächtigt und unsere Geisteskraft erleichtert oder lähmt. ImZustande der Laune scheinen wir weniger Vernnnftmcscn als Sinn-wesen und zeigen die Abhängigkeit der unsterblichen Seele vom Thiere,unserem Körper, nur mit minderer Lebhaftigkeit als bei Affekten. So wieVerstopfungen Reize zur Unkeuschheit oder zum Zorne geben, großerBlutverlust mnthlos macht, allzustarke Anhäufung der Säfte Melan-cholie und Wahnsinn erzeugt, oder der Geist unter einem schwachenMagen und schlaffen Eingeweiden leidet, so wirkt auch die Laune, undein Dummkopf wurde, nach Haller, durch eine Kopfwunde ein offe-ner Kopf, nach der Heilung aber wieder der alte Dummkopf. Nie-mand weiß mehr von übler Laune zu sagen, als die alten Mönche undSt. Augustin, und das, was sie.ihre ^.»ossio' nannten, war ein Un-kraut, das alle besseren Pflanzen um sie her des Nahrungssaftes be-raubte. Allzustrenge Einsamkeit und Studiren führen endlich denfestesten Körper zum traurigen maluni Uxp.' Zimmermann legteden Grund zu seiner Hypochondrie schon in seinem Vaterstädtchen Brugg,entfernt von allem ihm anpassenden Umgang. Laune setzt uns nochunter die Thiere herab, die in der Regel keine Launen haben, unsere

i Buße durch körperlich« Selbstquul. — r Hypochondrie.

Demokrttor. II.

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