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auf unsere Laune den größten Einfluß, je baromctcrartiger unsereEmpfindlichkeit durch Nervenschwäche geworden ist? Wir sollten stets,wie die Wiener Fcuerwerksanzcigen oder Harmonien in Gärten, unsausbedingen: Wenn's die Witterung erlaubt.
Laune ist eine Art Leidenschaft, die nicht heftig genug, sich zuentladen, sich gerne in sich selbst verschließt und nur desto bitterer imInnern nagt; die moralischen Unverdaulichkeiten sind schlimmer unddauern länger als die physischen. Aber welcher rosenfarbenen Launesind wir wieder, wenn wir nach mühsamem Suchen des Archimedesrufen? In einem solchen Augenblicke könnte man der Wahr-heit sein Leben opfern. Wie froh ist der Mensch, wenn die HoffnungLas trübe Gewölle der Zukunft entschleiert! Von sanftem Feuer durch-glüht, trägt der belastete Pilger seine Bürde mit verdoppelter Kraft,und die Unschuld sieht den finstersten Kerker erhellt und Blumen undSiegeskronen auf dem Dornenwege eines langen Kampfes. VieleglücklRh organisirte Menschen sind lange zufrieden mit Allem, bis manes so arg macht, wie die spöttelnde Laune des Lorenz Stark seinemSohn, der kein Kind mehr ist, und werden dann endlich in üblerLaune laut. „Du tadelst heute wieder Alles, weil du übler LauneList," spricht Madame. „Nein, meine Liebe," cntgegnet Monsieur,„ich tadle, wenn ich in übler Laune bin." — „Da hast du wiederwas Schönes gekauft! Du wählst auch immer das Schlechteste!" —„Ja wohl, mein Schatz, mit Dir habe ich angefangen."
Diesen wichtigen Unterschied scheinen die guten Damen selten zufassen, sie, die bei lebhafteren Gefühlen sich so leicht von Launen leitenlassen, daß solche fast die Stelle von Maximen vertreten, ja sogarPeriodischen Lunes unterworfen sind, woher auch ihre moralischen rührenmögen. Ihre Launen oder vorgefaßten Meinungen, die man auchCapricen nennt, kann ein kluger, sanfter und geliebter Mann wohl«och besiegen; bei denen aber, die aus Nervenschwäche herrühren, bleibt«ichts übrig, als daß der Mann, Kinder und Gesinde den lieben Gott umGeduld bitten, oder allerwenigstcns um Gäste, die sie nöthigen, freund-lich zu thun, zu sprechen, sich zu vergessen, und darüber wird derHaushimmel wieder heiter. Welche Tcufelslaune die schöne Hippar-chia an den häßlichen Hund Erstes fesselte, hat uns Wieland zusagen vergessen, so breit er auch zu sein Pflegt. Niemand könnte übersolche Launen besser schreiben, als das Gesinde, wenn es schreibenkönnte; schon unglücklich genug, daß es Gesinde ist, muß es nun noch
L Ich hab'S gefunden.