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H.
Ueber Humor.
Humor wird in dreifacher Bedeutung genommen, in Physiologischervon den alten Humoralpathologen, wo Speck und Erbsen, Bier-,Schnaps- und Weinüberfüllnng mehr wirken, als der Geist, undHypochondrie und Hysterie solchen gefangen führen; in psychologischer,wo eine Metapher auf den Geist übertragen wird, Laune genannt,und in ästhetischer Bedeutung, engerer und weiterer. Jede sonder-bare, von der gewöhnlichen abweichende Gemüthsstimmung und daraufgegründete eigene Art zu denken und zu handeln, nennen wir Humor,im engsten Sinn aber die Fertigkeit, etwas Belustigendes mit Ernstund Wichtigkeit zu sagen oder zu thun, was man auch den HähernScherz nennen könnte, der eigentliche bumor der Britten. Witz istmalerisch, Humor Pathetisch; Jean Paul nennt letztem gar die Poesiedes Komus, ich aber lieber die Verschmelzung des Komischen mit demErnsten und Rührenden.
Wenn wir obige drei Bedeutungen unterscheiden, so heben sichalle Schwierigkeiten so ziemlich, verbreitet über einen Gegenstand, derso interessant ist, daß mich wundert, daß wir kein eigenes Werk dar-über besitzen. Bob, in einem unbedeutenden Werkchcn, nimmt denHumor gar von der schlimmen Seite und empfiehlt Erziehung und Reli-gion zur Besserung, was bei den vielen sogenannten Humoristen neuererZeit immer einiges Nachdenken verdient. Herr Bob scheint starkeTrinker im Sinne gehabt zu haben, die natürlich mehr Feuchtigkeit(bumor) enthalten als Andere. Indessen sind heitere Gedanken immerbesser, als wenn man mit la Mothe le Bayer xrose obagrins' schreibt,und gar Vielen gewährt üble Laune so viel Unterhaltung, als Anderndie gute Laune, worüber man in Vorzimmern, in Ställen und Küchendie besten Nachrichten einziehen kann.
i Laß uns, da man im Leben nicht- erwirbt,
AlS daß man sich hier umsieht und dann stirbt,
Frei sprechen über dieser Menschen Bühne,r Kummervolle Prosa.