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obern, was Napoleon selbst nicht konnte. Diogenes scheint ein so froh-sinniger, gutherziger und vernünftiger Sonderling gewesen zu sein,daß man Alexanders Ausruf: „Ware ich nicht Alexander, so möchteich Diogenes sein!" wohl natürlich findet, und Alexander hätte ihnzu sich nehmen sollen, um doch manchmal eine Wahrheit zu hören.Ob er aber gegangen wäre? Er war ja schon zufrieden, wenn ihmseine Korinther nur nichts Uebles thaten, und so weit habe ich es auchgebracht; aber die griechische Inschrift: „Sie reden, was sie wollen;mögen sie, was kümmerts mich," erscheint mir doch allzu cynisch oderzu gleichgültig, wie die Gleichgültigkeit mancher Großen und Reichengegen Geringere und das Volk.

Es gibt zweierlei Arten Humoristen durch Kopf oder eigenthüm-liches Denken und Urtheilen, und durch Herz, durch eigenthümlicheEmpfindungen und Neigungen; W. Shandy war ein Kopf-, TobyShandy und sein Trim Herzhumoristcn. Jener Prediger, der überdie Textesworte: „Alles, was Gott machte, ist gut," gepredigt undder einem Buckligen, welcher sich ihm unter der Kirchthüre darstellte: „Be-trachten Sie mich!" erwiderte: „Freund, für einen Buckligen ist er rechtgut gemacht!" war ein Kopfhumorist, wie der Bettler, der einem StückBrod, das so dünn geschnitten war, wie ein Stückchen Schinken, und dahervom Winde weggeführt wurde, nachrief: „Gott vergelt's, wenn ich'skriege!" und jener Schuster, dem der erzürnte Stadtschulz die Atzelvom Kopse riß: „Das hätten Sie mir vor fünfzehn Jahren nicht thundürfen!" — „Was, Unverschämter, warum nicht?" — „Damals trugich noch meine eigenen Haare." — In der gemeinen Künstlerweltfindet man solche Humoristen am häufigsten, daher ein gewisser Maler(nicht als ob ich alle Maler unter gemeine Künstler rechnen wollte),der wirklich recht hübsche Jesuskinder zu malen pflegte, einem Freunde,der ihm neckend sagte: „Und doch sind deine lebendigen Kinder so häß-lich?" erwiderte: „Jene fertige ich bei Tage, diese bei Nacht!"

Zu den Herzhumoristen aber gehörte offenbar jener alte Kutscher,der einem andern barsch zurief: „Weiche aus, oder du sollst sehen,was ich thun werde!" und gefragt: „Nun, was hättest du denn ge-than?" erwiderte: „ich wäre eben selbst ausgewichcn." Die nämlicheGutmüthigkeit zeigte auch der Chirurg, der seinen Freund umarmendausrief: „O breche doch einmal Arm und Bein, du sollst sehen, wasich für dich thun werde!" Sie lächeln? aber haben Sie nicht vielleicht selbstin der Jugendblüte die Geliebte ihres Herzens in Wassersnoth, Feuers-noth und alle mögliche schwere Nöthe gewünscht, um sie retten zu