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wäre, wo er sich manchmal selbst verächtlich vorkommt, wovon Alltags-menschen gar keine Idee- zn haben scheinen.

Willkommen, Sonderlinge! Ihr trotzet dem Lächerlichen, dem All-tagsmenschen unterliegen, ihr sucht euer Bild, dem jene ausweichen;euer Umgang ist lehrreicher als der fade Umgang mit den aalglatten,lächelnden Allgefälligen, die darum so glatt, weil sie hart sind wie derglatte kalte Marmor, und so gesellig, weil sie so wenig von derSeelenheirath, genannt Freundschaft, verstehen, als die Großen undDamen, die nur Unterhaltung suchen. Seid gegrüßt, ihr wahre,offene, unverstellte, freilich mitunter zn lebhafte, unsanfte, bisweilensogar grobe, cynische Menschen! Ihr seid immer solider als der saufte,lächelnde, schmiegsame Allerwcltsmcnsch, der nur selten wahr undaufrichtig, unverstellt und verlässig ist; — und welcher hat den bestenTheil erwählt?

Willkommen, verlachte Sonderlinge! Ihr habt noch allein Sinnfür Freundschaft im Geiste der Alten und des Wortes, ob euch gleichdie Welt Menschenscheue, Menschenfeinde, loupsguroux' nennt; ihrseid ein Instrument, das den herrlichsten Wohlklang gibt, wenn manes zu spielen versteht. Euch, Sonderlinge, welche die vier theuernLehrer: Menschen, Welt, Erfahrung und Schicksal, auf dem Pechstuhlbitterer Wahrheit zu Sonderlingen isolirt haben — ihr gabt euch hinmit gutmüthigem Vertrauen und wurdet furchtbar getäuscht von Hohenund Niedern — euch drücke ich warm an's Bruderherz, das jenen viertheuern Lehrern ihren Ehrcnsold reichlich bezahlt hat. Ihr könnt euchwieder einen kleinen Ehrcnsold verschaffen, wie einer meiner humoristischenFreunde, der stets ein Ncujahrsgcschenk erhält, wenn er das Jahrüber nicht grob gewesen ist, d. h. die kleinen Schwächen des Groß-müthigen nicht belächelt und herübergezogen hat. Willkommen! Mitallen enern eben nicht angenehmen Eigenheiten seid ihr doch keine ekel-haften Jchlinge und einseitige Thoren geworden, wie so viele, denenAlles nach Wunsch gegangen ist.

Man verstehe mich aber ja nicht falsch! Stets bleibt es unverzeih-lich, wenn man sich geflissentlich von dem lossagt, was schicklich undüblich ist, vorzüglich öffentlich; wenn man einzig und anders sein willals Andere und blos den Sonderling spielt, um Aufmerksamkeit zu er-regen. Es ist dann nichts weiter als Egoismus, Eitelkeit und Gcistcs-kleinheit, die nicht bester bestraft wird, als wenn man den Sonderlinggar nicht bemerkt. Ein solcher Sonderling war der einst viel gelesene

1 Währwölfe.