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und Segel, dieDinte schlägt durch, der Frost in die Glieder und wirsind krank den ganzen geschlagenen Tag. Wen das Gewissen schlägt,der schlägt in sich und den Blick zur Erde. Die Uhr schlägt, der Puls,das Herz, warum nicht auch Hand und Fuß, wie Stock und Hammer?Schlag auf Schlag! Der Maler hat Schlagschatten, der Weder undWeinhündler Einschläge, der Schmid Hammcrschlag, der MünzerSchlag kurzweg, wie die Musiker und Forstmänner — die meistenHandwerker schlagen, wie Jchova die Juden und die Soldaten Ar-meen. Die Hintertheile der Thiere sind Schlägel und wenn wir dummeStreiche machen, so schlägeln wir. Wir haben Taubenschlüge undHandschläge, Schlagbänme wie Schlagrcgen, Hagclschlag und Donnerschlag. Wir schlagen Klavier, Orgel, Laute, Cither rc., wie das Pferdund der Esel schlägt und beschlagen wird. Wir schlagen heim, ab und zu,nehmen in Beschlag, heilen durch Um- und Uebcrschläge und schlagen amEnde Alles aus dem Sinne. Der Hund schlägt an, die Finken undNachtigallen schlagen und die Dichter und Acsthetikcr haben ihre Schlag-worte. Wie nndcntsch denken diejenigen, die Schlag und Schlägeverbannen wollen aus Lehr-, Wehr- und Nührstand, die so tief schonin deutscher Sprache gegründet sind!

Mein Leibstück bleibt Lichtenbcrgs Borschlag zu einer Stubcnnhr,gelcgenheitlich des abgekommenen Darmstädter Lchnesels, auf demWeiber reiten mußten, die ihre Männer geschlagen hatten, die viel-leicht eher Belohnung verdienten, wenn der Mann, statt der Arbeitlieber im Wirthshause sitzt, seinen Dienst betrachtet wie der Knabehie Schule, und um Mitternacht erst nach Hause taumelt. „Mansollte," spricht Lichtenberg, „in der Welt mehr zurufen, und zlvarvoraus, nicht hintendrein;" in der Türkei geben die Nachtwächter demEhemann eine kleine Erinnerung, aber unsere lasten sogar das „Be-wahret euer Feuer" (Küchenfeuer) und selbst „Lobet Gott den Herrn!"weg. Das Venediger Kriminalgericht ließ sich jedesmal an den armenMüller erinnern, und König Philipp von Macedonien sich täglich zu-rufen: „Du bist ein Mensch!" Statt des Knckuks könnte man beiunserer Maschincnkunst leicht: „Du bist ein Mensch!" schlagen lassen,beim Viertel du, beim Halb du bist, bei Dreiviertel du bist ein —diese Worte müßten bei schlaflosen Nächten erstaunende Wirkung thun,ein wahres Vorbild des Lebens, wo man in der Regel erst am viertenViertel nachdenkt. Wohl dem, der bei den Worten: „du bist ein" —oder „du bist eine" das Substantiv mit Ruhe abwarten kaun!

Thümmel (geb. zu Schönfcld bei Leipzig 1738, coburgischer Ge-