Genießt der Jüngling ein Vergnügen,
So sei er dankbar und verschwiegen —
und eine andere, die jener in Allem nachstand, riß mir das Blatt wie-der heraus zum Beweise, daß sie gerade das nicht war, was jene, aberso scheinen wollte. Vor den Naivetäten der Tirolerinncn, Obstlerinnenund Kräuterweiber niag sich Jeder und Jede hüten, und noch steht dieböhmische Fasancnhändlcrin bei einer gnädigen Frau im grünendenAndenken, die jedoch die Händlerin durch Tadeln und Feilschen bösegemacht hatte; als sie endlich auch die Füße der Fasanen auseinandermachte, hinroch und rief: „Pfui, sie stinken ja schon!" brach der Händ-lerin die Geduld: „Gnädige Frau, riechen Sie da gilt?"
Naive Schönen gefallen uns besser und dauernder, als die em-pfindsamen, deren es leider mehr gibt, als naive, und ich hätte gewißjene, der ein lange tändelnder Herr weggehend im Zorne sagte: „Ichthat nur so, Fräulein!" trotz ihrer etwas bedenklich naiven Antwort:„Ich auch," jeder Empfindlerin vorgezogen, vielleicht gar jene böh-mische Fasanenhändlerin. Die quälende Untugend der Empfindcleihat ihre Grundlage im schrecklichsten Egoismus, und einem solchenDelikatchen, wenn es mir auch die ganze deutsche schöne Literatur anden Fingern abzuzählen wüßte, würde ich vielleicht das hübsche Kindnoch vorziehen, das bei dem Lobe der schönen blauen Augen ihrerNachbarin sagte: „Jetzt trägt man keine blauen Augen mehr." DieNaivetät verläßt das Geschlecht selbst in spätern Jähren nicht, unddaher rief eine Frau von fünfzig, da 1813 in einer gewissen Stadttäglich Leichen am Nerven- nnd Lazarethficber Verblichener vor ihremHause vorüberzogen: „Das fatale Sterben bringt mich noch unter dieErde!"
X.
Die Fortsetzung.
Sprache und Schrift, je mehr sie sich der Kindheit der Kulturnähern, desto naiver finden wir sie. Bense rad e sagt von der Sünd-fluth in vollen: Ernste: