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Diese militärische Geradheit und kurz und gut söhnt mit Vielemaus, und die Fahneurcdc, ehe der Sattler die Nagel einschlug: „Esist Gewohnheit, bei dieser Feierlichkeit eine Rede zu halten, und sowill ich denn hicmit auch eine gehalten haben. Meister Sattler schlager die Nagel ein!" ist mir lieber, als hundert Kanzelredcn. Militär-reden müssen stets kurz sein, und so habe ich es zu verantworten,wenn ein alter Fcldzeugmeistcr mit seiner Rede vor versammeltereigener Dienerschaft in Verlegenheit kam, in die er an der Spitzeeines Corps vor Napoleon nicht gerathen wäre. Mit den Militär-reden in den Schriften der Alten scheint es mir die Bewandtnis; zuhaben, wie mit den Londoner Galgenredeu (last äxing sposvb), wo-von die Helden selbst nicht das Mindeste wissen. Es ist gewiß einFortschritt der Vernunft, daß man heut zu Tag die Zeit mit Militär-reden, wie mit gerichtlichen Reden weniger verdirbt; selbst Kanzel-reden sind weniger häufig und kürzer. Jener Kanzler machte durcheine lange Rede bei einem Volksaufstaude den Pöbel nur ungeduldi-ger, es flogen Steine, er stürzte voni Pferd und mußte in die Kanzleizurückgetragen werden, aus der er gar nicht hätte hcrausrciten sollen.Mau ist jetzt doch manierlicher, und der Pöbel lachte bloß über dieOccnpationsrede eines Geheimcnrathcs; niemand konnte sie verstehen,also weiß ich nicht, ob sie im Geschmack des Dcmosthcnes oder Cicerogewesen ist; und zu Fuß waren der Herr Gehcimerath auch, da Sienur auf dem 6orpus zu reiten gewohnt sind. Genug, man lachte nur,wie man in der Predigt schläft — aber Lachen und Schlafen, laufensie nicht gegen den Zweck des Redners?
Heinrich IV- rief in der Schlacht von Jvry: 3s suis votro roi,von« stes k'rrmtzais, voilä l'snnsmi!' Karl Stuart sagte seinen Hoch-ländern: „Ich kommandire euch nicht, ich verlange nur, daß ihr mirfolgt," und stürzte sich an ihrer Spitze auf den Feind, wie St. Cyr,den der Fcldprcdiger an die Anrede erinnerte: b'röres st Compagnons,rief er, voiei coinino il täut kuirs! 2 und sprengte los. In dem lan-gen Kriege meiner Zeit hätte mancher Anführer auch von CromwellsRede Gebrauch machen können: „Wo naus? Wo naus? dort nicht,hier steht der Feind!" Unsere Kriegsreden bestehen in der Regel indem Lakonismus: „Marsch!" unsere politischen Reden sind leises Ge-flüster im Kabinette, und unsere Beredsamkeit ist auf Kirche undSchule beschränkt, daher sie auch ist, was sie ist, und unsere Stände
> Ich di» euer Kdnlg, ihr seid Französin, dort steht dir Frind. — r Briider und Kame-rad«, , so muß man es mache» I