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gering von Engen, weil er körperlich klein war, nnd Friedrich nahmLondon nicht in Dienst, weil ihm sein Gesicht mißfiel, und alle dreiirrten. Vielleicht waren gerade diese Umstände eine Stufe weiter fürjene Männer zu ihrer ausgezeichneten Größe. So ist Sanssurc, derGletscher und Montblanc untersucht, ein Narr in den Augen savoyi-scher Bauern, und Bruce in denen der Abpssinier, weil er stets nachden Quellen des Nils forscht. Geßner, der in der Berliner Buch-handlung vermuthlich zu viel packen und spannen mußte, fing au, Land-schaften zu malen auf eigene Faust, und klagte dem Hofmaler Hempcl,daß solche nicht trocknen wollten. Hempcl kam, bemerkte, daß der Neu-ling der Kunst seine Farben statt mit Leinöl mit Baumöl geriebenhatte — und lachte, bewunderte aber Gcßners Genie, und half; MalerSperling hätte es beim Gelächter gelassen.

Wer große Menschen und große Gesinnungen aus Büchern kennt,nimmt leicht einen romantischen Schwung, und die Welt spricht vonNarren. Camocns, der Homer der Portugiesen, bringt aus dem rei-chen Indien nichts mit als seine Lnsiade, die er aus dem Schiffbruchmit den Zähnen rettet, nnd der Bildhauer Messerschmidt aus Schwa-ben geht nach Rom, erscheint im Palast Farncse mit einem KlobenLindenholz auf der Schulter in Taglöhuerstracht, den er vor dem Her-kules niederlegt und mit seinen Schnitzmcsscrn, ohne lang zu messen,kreuz und quer hincinschneidet. Alles lachte — aber siehe, nach weni-gen Tagen entwickelte sich ein herrlicher Herkules. Dieser sonderbareMann starb zu Prcßburg, wo er sparsam und höchst eingezogen vongemeiner Arbeit gelebt hatte, aber unabhängig nnd vergnügt; seinganzes Gcräthe war ein Bett, Tisch und Stuhl, Flöte, Tabakspfeife,Wasserkrug nnd ein italienisches Buch über die Verhältnisse des mensch-lichen Körpers. Offenbar lebte er allzu einsam, vielleicht auch allzukeusch, sah — Geister, und verfiel auf seinen Geist der Proportion,der ihm die cinnndsechzig Köpfe eingab, die man zu Preßbnrg zeigt.Verfiel nicht selbst Sokratcs auf seinen Genius?

Jeder Mensch mit einem großen Entschluß, sei es Colon, der mitder neuen Welt schwanger geht, Egcdc, der die alten grönländischenKolonien wieder aufsucht, oder ein armer Student, der sich zum Pro-fessor emporzuschwingen sucht, sei es Auquctil du Perron, der sich ein-mal in dcn Kopf gesetzt hat, die Schriften des Zoroastcr herbeizuschaf-fen, oder Reiske, der unter seinen arabischen Schriften verhungertwäre, ohne Ernesti — jeder baute sich eine innere Welt gegen dieGlut oder Kälte der äußern. Jedes Genie regiert eine fixe Idee, die