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XV.
Subjektiver Unterschied in Ansehung der Jahre — männliche
Jugend.
Kinder, Jünglinge, Mädchen und Weiber lachen weit leichter, alsMänner und das Alter. Die Fabel der Rabbiner«, daß Gott demMenschen ursprünglich nur dreißig Jahre bestimmt, auf sein Verlangenaber sein Leben verlängert, zwanzig Jahre vom Leben des Esels, ebenso viel von dem des Hundes und Affen genommen und ihm zugelegthabe, läßt sich hören. Die Erfahrungen der Jugend sind neu, wie diemeisten Gegenstände, die Einbildungskraft warm, das Mitgefühl kaltund schwach, und Nachdenken noch schwächer. Der Mann und derAlte leben mehr rückwärts, die Jugend vorwärts, unter dem Kriegs-geschrei: Genuß! Genuß! Ihr Bild ist ein tanzendes Pärchen ineinem Blumengarten, im Hintergrund die aufgehende Sonne, und inden Ecken allenfalls ein Spiegel für das Mädchen, und für beide Ro-mane, Gedichte und Comödicn, und allenfalls noch ein Waschbeckenund Lämmchen als Zeichen der Unschuld. Das Sinnliche ist für dasKindesaltcr, das Gemüthliche und Intellektuelle für die heranwachsendeJugend, das Sittliche für den gestandenen Mann und sein Weib, demGreiscnalter gebührt das Religiöse. Das Alter hat Grade wie dasThermometer, vom Sied- bis zum Eispunkt, den man ganz mit Rechtmit 0 bezeichnet, und bester ist das mit Weingeist, als das mit Queck-silber gefüllte. Es wird wohl wenig Kupferstiche geben, die so ge-müthlich ansprechen, als in Buffous Naturgeschichte (IV. 128.) Uvsguatro ügos cks I'Iwmms, Sie gleichen den vier Jahreszeiten —Frühling, Sommer, Herbst, Winter — Kind, Jüngling, Mann, Greis,und zwischen ringt gnatro und guatrs ringt 2 ist ein ganz verfluchterUnterschied.
Das Unglück vieler Menschen beginnt schon neun Monate vorihrer Geburt, wie bei Tristram Shandy, das: „Mein Lieber, hast dudieUhr aufgezogen?" den ganzen Homnnculus im entscheidendsten Augen-blicke verdarb. Das Kind tritt vom Pflanzenlcben ins Thierlcben,
1 Linder sind Kinder, und Kinder betreiben nur kindische Dinge. — e Die vier Men»schenaltcr. — Vterundzwanzig — vier mal zwanzig (80).