Band 
[Erster Band. - Zweiter Band.]
Seite
165
JPEG-Download
 

165

geud kitzeln, und mir schienen die Namen Sadrach, Mesach und Abcd-necho, trotz der höchsten Ehrfurcht gegen Männer, die im glühendenOfen lobsangen und wandelten, ohne daß Haar und Bart nur nachBrand rochen, ungemein komisch. Das Älter selbst ist nicht seltenGegenstand ihres Gelächters, vor dem die Spartaner aufstanden, undsie gleicht den Tirynthcrn, die sich wegen ihrer Lachkrankheit sogar andas Orakel wandten. „Werfet zu Ehren Neptuns einen Stier insMeer, aber ohne zu lachen," sprach das Orakel; aber letzteres warnicht möglich; sie lachten schon über den fortgejagten Knaben, der rief:„Sorgt ihr, daß ich euer» Stier fresse?" und lachten fort bis ansEnde. Gerade das Verbot zu lachen, macht die Jugend lachen, geradewie die jungen französischen Seeoffiziere bei dem Pantoffelkuß desPapstes. Ihr Kapitän stand höchst verlegen, der gute Papst Bcne-dict XIV. aber sagte: „Sein Sie ruhig, ich bin zwar Papst, aber dieMacht habe ich nicht, Franzosen von: Lachen abzuhalten!" Laßt dieKinder lachen, sie lachen in Unschuld — ewiger Tadel benimmt sieihnen viel zu frühe, sie werden Blumen ohne Wohlgeruch.

Schon eine anhaltende Stille vermag die Jugend lachen zu machen,selbst Erwachsene, je lauter die Gesellschaft zuvor war. Jugend ver-mag noch nicht zu Prüfen, also lacht sie über alles, was ihr auffällt,wie der Pöbel auch, wozu bei Vielen noch die Gabe der Nachahmungkommt, oder mehr der Nachäffung, woraus oft in späteren Jahrendie höhere lachende Kritik hervorgeht, oder wenigstens das — Reccn-siren. Nur wenn sich die Jugend der Geschlechtsreife nähert, tritt eingewisser sonderbarer Ernst ein, Liebe zur Einsamkeit und Stille, manhat den Glotzer, wie man im Süden spricht, starrt stundenlange aufeinen Fleck, aber nicht in Gedanken, wohl aber in dunkeln, unbekann-ten Gefühlen verloren — das sind die Kinderbkattcrn der Seele.

Die Jugend hat einen gewissen unerklärlichen Ausdruck von Un-schuld, Redlichkeit und Herzlichkeit im Gesichte, daß man ihr unver-ständiges Lachen leicht zu gute halten kann. Jene Mutter sagte ihremdie Akademie beziehenden Sohne beim Abschicdskuffe: „Bringe mirnichts, als dein Gesicht wieder;" so ein Gesicht söhnt mit Allem aus,ist das schönste Empfehlungsschreiben und oft die einzige Sicherheitgewesen, welche die Bedrängten dem Menschenfreunde geben konnten,stößt aber manchmal auf Menschenfreundinnen, die es unmöglich machen,der Mama das alte Gesicht wieder zu bringen. — HiisIIo püxsiog-

d-n rechten Nnmcn kenntn wir nicht; in einige» ipaniichen Quell-» wird er Quaitahuotl ge.