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Schwester umarmte, für Alle sich opfern wollte, und wer könnte dies, ohnedie Menschen zu lieben, und wer könnte sie lieben, ohne bester von ihnen zudenken, als sie werth sind? Gemüthliche Menschen werden daher mit Kin-dern selbst wieder zu Kindern, selbst wenn sie nicht Eltern sind, oder garHagestolze. Alles aber ändert sich schon mit der Geschlcchtsentwicklnng;da sitzt der Jüngling oder das Mädchen oft so ernst da, wie Großvaterund Großmutter, an nichts denkend, oder verloren in Träumereien undRomane; selbst Todesbetrachtnngcn sind süß, und sicher waren in diesemZustande Plutarchs milesische Mädchen, die sich das Leben nahmen, auslauter Herzcnslecre. Es ist kein gutes Zeichen, wenn man in dieserPeriode nicht zum Dichter wird, und man singt aus demselben Grunde,wenn auch nicht so gut, wie die Nachtigallen. An den besten Tafelnder Großen hat mir nichts so geschmeckt, wie mir als Knabe dasschwarze Roggenbrot» schmeckte, das ich in der Schule gegen mein weißesmit Bauernknabcn tauschte, der Weck, den ich verdiente, wenn ich eineLeiche hinanssingen half, oder das meiner Mutter gestohlene Obst,und was ging über die Suppe, die ich mit einem geliebten Mädchenvon einem Teller aß?

Horatius liefert in fünf bekannten Versen das vollendetste Ge-mälde des imberbis suvonis, ' und von wem gälte es bester, als vonStudenten, wo alles so lyrisch zugeht, wie in Gocthe's Faust:

U»S ist ganz kannibalisch wohl,

Als wie fünfhundert Säuen.

Man hat ihnen bis auf unsere vernünftigern Zeiten ein gewisses bar-barisches Mittclalter, genannt akademische Freiheit, Bnrschenlebcn,gelassen aus offenbaren! Mißverständniß und veralteter Gewohnheit.Kaiser Friedrich I- gab Stndircnden große Freiheiten, um zum Stn-diren aufzumuntern, in seinen bekannten ^»tdentio-i, i,„d mich wun-dert, daß die Studenten nicht vor allen Dingen die roncalischenFelder 2 besuchen. Doch sind sie nicht mehr zollfrei, wie das Stu-

* Die Verse lauten nach DiclandS Nebersetznna:

Der Jüngling ohne Bart. von seinem Hüter endlichBefreit, hat ^.'ust zu Pferden und zu Hunden,

Er liebt im sonncmeichen EircuS sich herumAu tummeln, nimmt wie Wach- des Bösen Eindnnk an,

Weist guten Rath und Warnung trotzig ab,

Denkt immer an da- Nützliche zuletzt,

Verstreut sein Gold wie «Land, ist stolz und raschIn semen Leidenschaften, aber l.W,

Was er mit Hitze kaum geliebt, gleich schnell. ^ ^ Für etwa-Neues, das ihn anlockt, fahren.

r Der Ort, wo Kaiser Friedrich i. den bekannten Reich-tag hielt, auf dem er sein Rechtaus Oberherrschaft !,, Italien ansprach. G-sehe ,gr Italien erstes! -c. In s-tn-n Gesehen er-hielten Stuhlr-nd- bedeutende Vorrechte tn.Ertassung r°n bürgerlichen Lasten u. s. w.