198
Grenadieren hinwcgtragcn läßt; ging ja der durch Louise Degcnfcldam berühmtesten gewordene Kurfürst von der Pfalz viel weiter, undgab seiner Gemahlin, die sich an der Tafel Anspielungen erlaubte,eine Maulschelle, daß sie sich wegen Nasenschweißes hinwcgbcgcbenmußte. — Nur die Schwäche und Charakterlosigkeit des Mannes istdie Stärke des Weibes, und die Folge Einmischung in Dinge, dieweit über den weiblichen Horizont Hinausliegen, und Wirrwarr, wor-unter politischer Wirrwarr der gefährlichste ist. Wo der Teufel nichthin will, schickt er ein altes Weib, sagt das Sprüchwort — (mirschickte er eine alte Tante, die man nicht gerne anrührte) — aber den-noch ist es nur halb wahr; der Teufel ist klüger und weiß daß erweiter kommt mit jungen Weibern.
XVIII.
Die Fortsetzung.
LluUsr est, kominis eonkusio. *
Wenn die Weiber schon dadurch gar viel gewannen, daß sie alsChristen mit dem Manne zur Kirche gingen, und die Klöster fürweibliche Tugend doch auch sorgten, so war es auch wieder schlimm,daß mit dem Wiedererwachen klassischer Literatur Juno als Göttinder Ehe erschien unter dem Namen Dea Pronuba, Domidnca, Unxia,Prema und Pertunda, da ja Juno wegen Galanterien so berüchtigtwar als Jupiter, der sich, um Eroberungen zu machen, ja fast inalle Thiere verwandelte bis zum Stier, so daß Eifersucht Juno überLand und Meer jagte, während Paris' Urtheil zuletzt noch ihrenganzen Charakter verbittert zu haben scheint. Jupiter und Junoführten eine sehr schlechte Ehe, und obgleich letztere den Gürtel derVenus trug, und jedes Jahr wieder Jungfer wurde, so peitschte sieder Gott der Götter dennoch, ja hing sie einst zwischen Erde undHimmel auf, an jedem Füßchcn einen Ambos. Welch ein Beispielzu den Beispielen der Götter der Erde! Paulus, dem bereits oben
l Das Weib ist die Derwirrnng beS Mannes.