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Weiber waren die Seele aller dieser Unordnungen, und was amHofe geschah, geschah bald auch in der Stadt, und bald darauf in denProvinzen von Amtmännin, Pfarrerin und Schulthcißin; endlich gabes mit der Erwachung der alten Literatur gar noch gelehrte, griechisch-römische Damen.
Maitresscn standen seht an der Spitze des Staates, und AgnesCorel eröffnete die Reihe, war jedoch noch die beste. Unter Heinrich IV.war es schlimm; unendlich schlimmer noch aber unter Ludwig XIV.und XV., die nichts von der Größe Heinrichs IV. ahnten, als erseinen Sully mit seiner Gabriele zu versöhnen suchte, diese alle weib-lichen Künste erschöpfte, der König aber, sie durchschauend, mit denWorten wegging: „Lieber zehn Maitresscn verloren wie Sie, als einenDiener wie Sully." (Die Hexe behielt aber dennoch zuletzt den Sieg.)Ludwig XVI., der die Skandale der Du Barry kannte, war wohl derallcrungalautcste König der Franzosen, und doch herrschten Weiber;denn er war nicht der Mann, der seiner Antoinette sagen konnte, wasSchwedens Karl XI. der scinigcn sagte: Xous von» avons prise,Aaäamo, xour kairs äes sukans, non pas pour gouvvrner. ' —Bald herrschten jetzt Maitreffen an den meisten Höfen; wie hatte sonstPöllnitz I» galante 8axs schreiben können? und wie der Fürst, sodie Diener. Die Idee, daß Weiber der Mittelpunkt seien, um densich Alles drehe, setzte sich fest in den leichten Köpfchen.
Weiber sind Franzosen das erste Bedürfniß, wie allen geistreichenMenschen, gerade weil sie geistreich sind; französische Sitten verbreitetensich allwärts, und Damen setzten gar gerne Männer von Geist denennach, die ihren Geist gerade nicht im Kopfe führten. In Frankreichsind sie einmal die Seele der Unterhaltung, und der Bediente derMadame Scarron, ehe sie Maintenon wurde, sagte ihr einst bei Tischeins Ohr: Aaäamo, snoors uns üistolrs, ls rüti uoas mainzu«! *Nach der Hochstädter Schlacht fielen den Siegern vierunddreißig Wagenmit Damen in die Hände, und an Höfen und in großen Städtenbeteten gar viele das Stoßgebet der Ninon: Aon vieu, kaltes mvi unbonnZts bomms, mais zamais uns üonnkts kemmo! ' Galanterie »stkeine unebene Sitte, nur darf sie nicht auf ernste Dinge übergehen,und wenn die Königin Polens zn Dresden sich vor die Archivthürehinpflanzt, so hat sie sich's selbst zuzuschreiben, wenn sie Friedrich von
> Madame, wir haben Euch genommen, um Kinder zu zeugen, aber nicht run zuregieren. — r Madame, noch eine Geschichte! wir haben kemen Braten. — b Gott machemich zum ehrlichen Menschen, aber nie zur ehrlichen Frau«