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digcrs, daß er gar zu oft Taufen ansage, ausdrückte: „Ach, verzeihenEuer Hochwürdcn, das ist der einzige Braten armer Leute!"

„Wer über Weiber schreiben will," sagt ein gewisser Schrift-steller, „sollte die Feder eines Seraphs in Rcgenbogcnfarbcn tauchenund sein Silber- oder Goldpapier mit Streusand von Schmetterlings-flügeln bestreuen." — Ich habe 65 Jahre, nichts von jenen Materia-lien zur Hand, nicht einmal mehr mein Nürnberger Farbenkästchcn,und tauche in Gottes Namen meinen Gänsekiel in gewöhnliche Dinte,um auf Conceptpapier niederzuschreiben, was ich auf dem Herzen undGewissen habe. Gibt's Flecken hie und da, so soll es mich freuen,wenn sich noch welche finden, die solche als Flecken anerkennen, undsie answaschen mögen, und ich verlange keineswegs, wie Frauenlob,Rheinwein auf meinem Grabe; jetzt wäre er mir nützlicher. Zur ZeitFraucnlobs (1317) gab es vermuthlich noch mehr zn loben, nnd schon1449 mischte sich der Memminger Magistrat durchaus nicht in dieWeiberhändcl der Kirchcnstühle wegen, „weil es nichts auf sich habe,— Weiberhändcl I" Auch bin ich vollkommen zufrieden, wenn sie mirnur keine verwelkte Klatschrosen auf das Grab werfen.

Die alten Patriarchen schon nannten ein Weib beschlafcn „solcheerkennen", oder „die Blöße aufdecken", und Shandp sagt: „JedesDing hat zwei Handhaben; wo aber das rechte oder linke Ende einesWeibes sei, erführst du erst, Bruder Toby, wenn du das über dieEhe eingenommen hast," wozu in unsern Zeiten die Ehe nicht einmalnöthig ist. Ich gehöre weder zu den Weibcrhassern, noch zu QuinsCvnsession, der es bequemer fand, Küche, Wagen und Frau in derTasche zn führen, die Liebe ganz fertig zu kaufen und mit der Ver-achtung des Geschlechts aufzuhören. Haß wäre der gröbste Undank,denn ihre Gnade war doch vielleicht Mitursachc, daß ich in die Jahrehinein gericth, ohne zu wissen wie, wo man weniger die Armuth, alsdas Horn des Ueberflnfses fürchtet. Ich habe meinen Pli, und gewißverzeiht mir der Himmel, wie er der heiligen Magdalcna auch ver-ziehen hat; die Huldinncn haben mir mehr als hundert Andern ge-lächelt, mir stets den besten Weg gezeigt, und so wandelte ich darauffort, ohne ernsthaft an den Abend zu denken, nnd jetzt — sagte mir- unlängst eine Dame selbst — jetzt ist's nicht mehr der Mühe werth!"

Ich glaube eins ira ot stuäio ' zu sprechen, überzeugt, daß Män-ner und Weiber ihre Fehler haben, nnd nur dann vollkommen wären,wenn sie weder das eine, noch das andere wären; ich spreche viel»* Ohne alle Parteilichkeit.