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achten? Alles Schöne ist zart und alles Zarte von Natur gebrechlich;wer daher über eine Ungetreue, die ihr Herz mit einem Andern, odergar mit einem halben Dutzend theilt, den Verstand verliert, hattewenig zu verlieren, und ist reicher denn zuvor, wenn er diesem Her-zen auch die ganze Kapsel nachwirft. Wer eine durchaus stille, un-veränderliche, stets sich gleich bleibende Frau haben will, verlangt zuviel, oder muß es machen, wie jener Britte, der seine Selige in sei-nem Schlafzimmer aufbewahrte in vim sxiritu. *

XIX.

Die Fortsetzung.

Die Weiber gleichen den Vögeln, im Hanse Staarc», außer dem-selben Pfauen, unter vier Augen Tauben, und nach Umständen Raben,die nach den Augen hacken. Sie mausern sich täglich zwei- bis drei-mal; diese Art Krankheit verlängert das Leben, und die beste Arzneiist ein neues Gefieder. Sie sind Pronkstaartje (Prangschwänzchen),jede Juno will ihre Iris haben, wäre es auch nur die Viehmagd, undnur ein Rcgerl vermag den Pfanenschwanz in Falten zu legen. Obes wahr ist, daß jede, wenn von ihrer Verheirathung die Rede ist,zuerst aus Brautkleid denke? aber ohne Kleider — wären sie nichtBlumen ohne Blätter, wie die Zeitlosen, die man daher auch nackteJungfern nennt?

Sie mausern sich täglich, aber mausert sich im Grunde nicht Alles?die Pferde, wenn ihnen die Haare ausgehen, die Hirsche, wenn siedas Geweih, und die Schlangen, wenn sie die Haut abwerfen? Pflan-zen und Erde mausern sich, wenn es Winter wird, und wie oft muß-ten sich Männer nicht mausern, wenn sie nicht endlich Geduld lernten?Shakespeare spricht eben nicht sehr galant von Weibern in seinemOthello:

> I» Weingeist. — r Schwachheit, dein Name» ist Weib.TrinvN'itos. II.

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