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Es ist und bleibt eine Eigenheit der Weiber, daß sie einem etwas weitlänger nachtragen, als Männer, und schon Mancher ist an etwas er-innert worden, was er längst vergessen hatte, noch nach nenn Monaten.

Weibern muß man Alles erklären, und gebildeten nichts häufigerals das, daß sie Weiber sind. Man gibt sich alle Mühe, mit Grün-den eine Viertelstunde lang eine Sache zn erörtern, sie von einem Irr-thum zurückzubringen, und staunt, daß man leeres Stroh gedroschenhat. Es ist lächerlich, nur eine ihrer Ideen berichtigen zu wollen,gerade wie bei Großen und Kleingroßcn; sie nehmen es zwar nicht soungnädig auf, wie diese, aber es ist doch leeres Stroh gedroschen, ob-gleich manche, wie Kinder, wieder eine so hohe Meinung vom Ver-stände oder den Kenntnissen des Mannes haben, daß ihr ganzer Be-weis darin besteht: „Ja, der Papa hat es gesagt!" Phantasie undVernunftgrüude sind Gegensätze; sie halten sich philosophisch an dieWirkungen, und unter tausend Weibern haben vielleicht kaum zehn biszwölf nach der Ursache gefragt, w arum ihr Bild aus dem Spiegel sehe?Ncm äieu, quollo xswo äs kairs ontvuäro raison ü unv komme!'ruft Jean Jacques, der doch Weiber ehrte und liebte. Sagt ihnen,was ihr wollt, sie schreiben ewig Zwanzig mit der Null voran, Keinestatt Knie, Mich! statt Milch, und auch wohl „Schließlich sage ichIhnen, daß ich Gans gesund bin rc."; den Unterschied zwischen dasund daß vergessen sie leichter noch, als ihre Gestalt, daher man dieSpiegel erfinden mußte. Mit der Entschuldigung „in größter Eil"schmieren sie ellenlange Briefe, und jene Dame, die gewettet hatte,daß sie gar wohl einen Brief ohne Postscript schreiben könne, schriebganz klein unter den ersten Brief: „Na, was sagen Sie zu meinemBrief ohne Postscript?"

Mißverständnisse gebrauchen oder erzeugen sie nur allzugerne alsGelegenheit zum Schmollen, und Schmollen als Kappzanm, den Mannzu dressiren, ohne sich durch die Titel: Brummeisen, Baßgeige, irre ma-chen zu lassen. Nun, ohne Baß ist keine Musik oder Harmonie vollständig;je mehr die Baßgeige ausgespielt ist, desto stärker brummt sie, undeine Baßgeige, die schon 25 Jahre gebrummt und ihr Jubiläum ge-feiert hat, brummt durch alle Hauswinkcl, und selbst in die Straßehinein. Wenn die Sache mit Sokrates Dämon noch heute nicht imReinen ist, so doch mit dem der Weiber: die meisten haben ihreneigenen Dämon. Der Mann liebt den Hausfrieden, denn er hat oftKrieg genug außer seinem Hause; das Weib aber den Hauskrieg, denn

i Mein Gott, welche Mühe, einer Frau Vernunft beizubringen!