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[Erster Band. - Zweiter Band.]
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es fühlt die Ueberlcgcnheit seiner Zunge, hat, wo nicht Nagel, dochimmer Thränen zn Alliirtcn, und zum Hinterhalt das Recht desSchwächeren. Ihr kräftigstes Mittel ist aber das der Römerinnen,als man das oppische Gesetz, das allen kostbaren Schmuck verbot, nachHannibals Abzug nicht wieder abschaffen wollte — sie verweigertenden Beischlaf. Die Nönier schafften das Gesetz ab; konnten sie nichtzuwarten? gab es nicht dienstfertige Sklavinnen? Die Römer -sindnicht so kaltblütig gewesen, als man glaubt, und die Allegorie vomLöwen, auf dem Amor reitet, ist zu Recht beständig.

Doch die guten Weiber haben auch wieder gute Augenblicke; manmuh sie nur in Geduld abwarten. Ihr Detailblick ist groß undnützlich; Elise entlarvte den feinen Cagliostro früher als Männer.Weiber sind in der Regel beredt; daher schickt auch der gemeineMann, der bei wohllöblichcm Amte oder Sr. Hochwürdcn etwas sucht,gerne die Frau, die auch gewöhnlich mehr ausrichtet, zumal wenn siehübsch und artig ist, hübsch frühe oder auch gegen Abend kommt, undsich aus das Tempo versteht. Es war eine Zeit, wo ich wünschte,daß eine Calpurnia die Sache so weit treiben möchte, wie zu Rom(im Zorn zeigte sie den Richtern ihre Hintern Schönheiten mntter-nackend), damit ein Rcichsgesetz das Erscheinen der Weiber vor Gerichtverböte. Eine gewisse Prcdigcrsfran unterbricht häufig ihren Mann:„Halt's Maul, laß mich reden," und der gute Pfarrhcrr schweigt, zumalwenn er sich Vormittags au heiliger Stätte angestrengt hat. DasSprüchwort: Oo n'est pas ä la goulo äs ekantsr ckovnnt Iv vog, 'ist nicht deutsch, und die sehr gewöhnliche Redensart: „Das verstehstdu nicht, mein Schatz!" so zärtlich sie auch gesprochen wird. oder ei»;„Das geht nicht an, lieber Karl, ich habe nachgedacht, du bist viel zuhitzig!" gehört zn den verfluchtesten Formeln des Hausrcgimeuts, heißteigentlich: „Ich will nicht," und muß endlich den sanften I'nstvr 6<1aumwandeln in einen Orlunilo kurioso. *

In der Regel herrschen die Weiber über den Mann, wo nichtdirekt, doch indirekt; der Mann denkt, die Frau lenkt, und den TitelHerr lassen sie gerne dem Mann, wie der Großsultan dem deutschenKaiser den Titel König von Cypern und Jerusalem, da er im Besitzeder Länder selbst ist, und können Alles unter seinem Namen: Wirvon Gottes Gnaden rc. cxpcdiren lassen, sie führen ihn dennoch, sooft sie Lust haben, nach dem Dcistcr. ^ Bei alten Männern herrschen

i Die Henne darf vor dem Hahn nicht krähen. — * Treuer Hin — wüthender Roland.— s D. b. nach ihrem Willen.