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Müllersmittwe, die Lust zum Mühlknecht hatte und den Herrn Pfarrerfragte, der sie auf den Glockenschlag verwies. Die Glocke schlug ganzdeutlich: Nimm den Knecht! Nimm den Knecht! Bald aber ging esschief, sie klagte dem Pfarrer, der ihr sagte, sie solle nur genauer alszuvor auf die Glocke achten, und nun schlug die Glocke: Nimm ihnnicht! Nimm ihn nicht! aber zu spät. Jener leichtsinnige Franzosemeinte, eine Frau und ein Kalender seien nur gut für ein Jahr, undunter Ponssins sieben berühmten Sakramenten ist das der Ehe seinschlechtestes; aber wenn auch die Hansehre so oft zum Hauskreuz wird,tritt nicht eben so oft auch derselbe Fall mit dem Manne ein? DieFrau kann ganz unschuldig dem Hahn im Hühnerhofe seinen Spornauf den Kops pfropfen, während ihn der Mann anderwärts wenigersichtlich pfropft, und wenn das Leben einer Komödie gleicht, so machtdie Ehe doch immer den interessantesten Knoten, mag auch das Wört-lein Ehe vor- oder rückwärts gelesen immer einerlei sein, nnd daswichtige Wörtchcn in drei Buchstaben sich zur Liebe verhalten, wieLeben zur Kunst. Wir sind allzumal Sünder nnd die Ehrlosen diegrößten.
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Die Ehe ist und bleibt die Grundlage der Gesellschaft, älter nnddauernder, als alle anderen Verträge und Gesellschaften; wenn manauch gleich von ihr sagt, man habe sich in den Zustand gestickter Hosenbegeben (Weiber geizen gerne am Manne im Hanse, um desto besserauswärts glänzen zu können), könnte das Sprüchwort nicht auch von„einen flicken" herkommen, was viele Ehelose brauchen könnten? Sieist die Grundlage des Staates; daher die Kamecllast von Ehegesetzcn,worunter das Natnrrecht fast erstickt wurde, und die Herren Studiosensind nie aufmerksamer, als wenn der Lehrer auf die rss matriinoninlsskommt, nnd die dabei vorfallenden äsliota. oarnis.' Dacier bewiesnoch als Student, daß das „du sollst nicht ehebrechen," im Grnndtextheiße: du sollst deine „Verträge nicht brechen," und der Präses riefihm zn: „Sie werden entweder ein Teufel oder ein großer Mann."Hätte Diderot nicht gehcirathet und Familie bekommen, Europa hättedie einst so berühmte Encyclopädie nie gesehen. Unter den tausendBüchern über diesen Gegenstand vermisse ich doch ein treffliches Thema:
> Selbst sünsundzwanrig Jahre gehenSehr schnell vorbei in guten Ehen.i Ehesache». — Fleischliche Vergehen.