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Von den wichtigen Politischen, kirchlichen, litcrarischen und moralischenFolgen der Hcirathen großer Herren.

Die Ehe ist die eigentliche Präcipitation aller unruhigen Kräfteund Leidenschaften, und der Anfang moralischer Gesetztheit und mög-lichster Ruhe. Der Mensch hat drei merkwürdige Tage, so merkwürdig,daß die Mehrzahl nichts Merkwürdigeres auszuweisen hat: Geburt,Hochzeit und Tod. Am Gebnrts- und Todestag wissen wir am wenig-sten von uns, desto mehr am Hochzeittage. Die iibcrsticgencn Schwie-rigkeiten vor dem langersehnten Bettsprnng erhöhen den Genuß, wiedie nachfolgenden Mißtöne, wenn Kinder Discant schreien, die Frau denBaß brummt, Schwiegereltern oder andere theure Anverwandte mit ein-stimmen, und der Mann gar den Takt schlägt. Die Taube ist zwarder Vogel der Liebe, aber nicht der Ehe; das ist der langbeinige, klap-pernde Storch. Das Hcirathen schmeckt wie Zuckerbrod, die Mädchenflechten weniger Körbe mehr, und suchen mehr als einen Hahn imKorbe zu haben, wogegen sich nichts sage» läßt; denn nur Blattläusekönnen sich nach Bonnct fortpflanzen ohne Begattung; Hochzeit kommtvon hoher Zeit, die unter die Fleischspeisen gehört, sonst wäre sie inden Fasten nicht verboten, und wer wird so weit hinaussehen und anden Mann denken, der bei der zweiten Beerdigung der Frau, die alsSchcintodte von einer Hecke geritzt, wieder erwacht war, ausrief:„Kommt ja der Hecke nicht zu nahe!"

Lasset Weltkinder die Ehe eine Thorheit nennen, und die mit einerSchönen oder Reichen eine schöne Thorheit; dem unverdorbenen Jüng-ling werden klügere Männer, die es gut meinen, stets zurufen: „JungerMann, suche ein Weib, und fliehe die Weiber; eine sei deine Taube,sei wie ein Bischof eines Weibes Mann!" Zwar findet sich geradeder Himmel nicht immer bei dem sakramcntalischcn Genuß der Liebe,die im Himmel geschlossen sein soll (wahrscheinlich Behauptung einesVerliebten in den Honigmonden), denn das weltliche Gelübde ewigzu lieben, hat dem geistlichen, nie zu lieben, nie etwas vorzuwerfengehabt, aber hicnieden ist Freien immer besser, als Brunst leiden; imHimmel gibt es keine Ehen, vermuthlich weil es so wenig Himmel inden Ehen gibt (hoffentlich auch keine Clcrisei), wenn gleich AlbrechtDürer ziemlich freigeistcrisch sagte: „Ich mag nicht in Himmel, wennes da keine Weiber gibt, was soll ich mit bloßen Flügelköpfchen?"

Der unsakramcntalische Genuß, wenn er auch gleich, wie die meistenEhen, von alten Weibern geordnet wird, hat etwas Unmoralisches, undauf jeden Fall etwas Bedenkliches seit Amcrika's Entdeckung, der un-