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[Dritter Band. - Vierter Band.]
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reife Ueberlegung erst mit kälteren: Blute zu kommen Pflegt, daherauch erst 30 Jahre unsere Repräsentanten des schwarzen Seidenman-tels würdig machen.

Kant will durchaus keine zusammengesetzte Temperamente, undvergißt, daß die Natur so wenig von den strengen Abtheilungen derPhilosophen weiß, als von dem System eines Linus, Tournefort undBlumenbach. Die Erfahrung lehrt, daß die vier Temperamente sel-ten ganz rein erscheinen, ja daß eine glückliche Mischung für den Men-schen, wie für Welt und Gesellschaft das ist, was Glück und Unglückfür Veredlung des Charakters. Die wirklichen Temperamente sindtcmperirte Temperamente, und die Mehrzahl macht alle vier durch; inder Jugend sind wir in der Regel sanguinisch, in spätern Jahrencholerisch, nach der Ernte der Erfahrungen mehr oder weniger melan-cholisch, im hohen Alter stumpf wie das Phlegma. Die Krankheitensogar ändern oft das Temperament, und haben schon Sanguiniker undCholeriker in Melancholiker und Phlegmatiker umgewandelt, wie auchschon umgekehrt ein tüchtiges Quartanfieber den Melancholiker in einenheitern Sanguiniker.

Unsere Zeit scheint sich so sehr im hypochondcr-hysterischen Tem-perament zu gefallen, daß ich ihr zu Ehren dieses als fünftes Tempe-rament annehme und ihm ein eigenes Kapitel widme. Hippcls fünfWünschperioden im Auge: Beinkleider — Uhr — Mädchen — Ver-mögen — Landgut, so hat mich der Himmel mit dem fünften undelendesten aller Temperamente gnädig verschont, und so vergesse ichrecht gerne zum Danke die Nichterfüllung des fünften Wunsches —das Landgütchen.

Das saugn: nische oder leichtblütige Temperament drückt flachen,leichten Sinn — Frohsinn — aus, leicht erregbares Gefühl und Bc-gehrung ohne anhaltende Empfindung und dauernde Thatkraft — Cha-rakterlosigkeit, woraus zuletzt sogar Gewissenlosigkeit werden kann. DieZukunft kümmert ihn wenig, er tollet fort, nnd wenn schon ein DutzendSturmvogel auf seinem Schifflein Zuflucht gesucht haben, er tolletfort, unbesorgt um den nahenden Sturm. Das cholerische Tempera-ment hat gleichen warmblütigen und unruhigen Sinn, aber dauerndeThatkraft, das melancholische oder schwerblütige schweren, trüben Sinn,aber mit dauerhafter Empfindung und starker Thatkraft, das Phlegmaoder kaltblütige Temperament matten, stumpfen Sinn und Mäßigungohne Thatkraft. Mit diesem Unterschiede will aber weiter nichts ge-sagt sein, als daß eins gegen das andere im überwiegenden Verhält-