Band 
[Dritter Band. - Vierter Band.]
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So stehet ein Berg GottcS,

Den Fuß im Ungewittcr,

DaS Haupt in Sonnenstrahlen.

Ein Mann von Charakter, der Freund des großen Friedrich,war Lord Marächal (Keith), in den ich mich ordentlich verliebt habe,vorzüglich wegen seines Benehmens mit dem so launischen JeanJacques. Erhaben über die Vorurtheile seines Standes, und gerne vonjenem alten Edelmann sprechend, der die Pest definirte: Oulsmits,vü möms nn ßontilboinins n'vst pas sür äs sa vis, ' und geächtetals Anhänger der Stuarts, lebte der hochherzige Schotte, seiner Güterberaubt, dennoch heiter bald in Spanien, bald zu Avignon und Venedig,bis ihn Friedrich kennen lernte, ihn lieb gewann und sagte: Im VonLlilorä ms loros äs vroirs ü la vertu. ' — Er war ungemein wohl-thätig, der Freund seiner Dienerschaft, selbst wenn sie ferne von ihmlebte; der Feldzug Friedrichs (1778) ging ihm zu Herzen — und ersah ihn auch nicht mehr, denn er starb in demselben Jahre, alt 90Jahre, in Potsdam, heiter bis ans Ende. Zwei Tage vor seinemTode ließ er noch den englischen Gesandten Elliot zu sich bitten: „Eserheitert mich, wenn der Minister Georgs III. die letzten Seufzer einesJacobitcn aufnimmt, und ich wollte ihn noch fragen, ob er nichts anMylord Chatham zu befehlen hat, den ich morgen zu sehen hoffe?"'

Ein Mann von Charakter, ein fester Charakter zu sein, ist einGlück, wenn Umstände und Verhältnisse ihn begünstigen; er tritt aufwie ein König, sein Coguito voraussetzend, und darf es selbst alsDiener thun, wenn der Herr ein Mann ist, der ihn nur um so höherschützen wird, aber leider noch weit öfter ein Unglück in unsern Zeiten.Die erste Gefahr ist Einseitigkeit; die Festigkeit traut und muthet sichselbst viel zu, verlangt es auch von Andern; so entsteht Härte desCharakters und Eigensinn; die zweite Gefahr und >die dritte bestehtdarin, daß Charakter leicht über die Linie hinausführt und nichts vonRetraite wissen will, wie Carl XII. und Napoleon. Was sich nichtbeugt, bricht früher oder später. Indessen wäre es vielleicht wiederein Unglück, wenn Charakter so gemein wäre, als Charakterlosigkeit,denn letztere oder die moralische Schwäche ist offenbar geneigter zurDuldung und Nachsicht, zur Nächstenliebe, zur Ruhe und zum Frieden.

i Ein Unglück, wobei selbst ein Edelmann seine- Leben- nicht sicher ist. — » Der guteLord zwingt mich, an die Tugend zu glauben. — » Der Spott liegt darin, daß Lord Lha-tham, während des amerikanischen Kriege» zur entschiedensten Opposition gehörend, vonGeorg III. und dessen Kreaturen von ganzem Herzen gehaßt wurde.