druck, als den deutschen Ausdruck: einen zwiebeln. Mein Vater zwie-belte mich schon mit seiner Lieblingsspcise, Lauchgemüse mit Milch undWeck, daher ich einst zur Abendzeit allen Lauch im Garten ausrodete,ohne entdeckt zu werden.
Wohlgerüche vermehren unstreitig unsere Genüsse, und den Wohl-geschmack an Speisen und Getränken (z. B. Estragoncssig), ja siewirken mächtig auf die Geschlechtsorgane, wie Mahomed vorzüglichwußte, der sonst höchst einfach und mäßig in Allem, zwei Genüsse fürdie höchsten erklärte: Weiber und Wohlgerüche, und ich muß manch-mal an ihn denken, wenn ich ein Räucherkerzchen anzünde, eine Ge-wohnheit aus den Zeiten, wo meine Zimmer an die Hofkapelle stießen,und aus einem Oratorio stets der Weihrauchgcruch solche erfüllte. Diemeisten Mittel gegen Hysterie sind stark riechende Substanzen, undwenn es in katholischen Kirchen (Nachtmctten ohnehin) galanter zu-ging als in protestantischen, so war vielleicht nichts so viel Schuld,als das Rauchfaß des Priesters. Berauscht ja selbst der Duft derBlumen das Nervensystem, und die Mädchen wissen wohl, warum sieBlumen vor den Busen und in die Haare stecken. Das Gegentheilist der Geruch, womit man die aus der Levante Kommenden in denQuarantänchäusern der französischen Seestädte bcwillkommt, mit demRauch aus alten Espartomatten und Schiffstauen, getrockneter Sodaund nassem Stroh, oder die Wohlgcrüche mancher Fabriken, Amts-stuben und Schulsäle, Kirchen, Assembleen und Casinos, trotz allesRäuchcrns, wogegen glücklicher Weise Gewohnheit unempfindlich macht.
Rosenöl wirkt angenehmer als Terpentinöl, Moschus und Gummiangenehmer als koetiäa. und Knoblauch, aber das Warum?
weiß ich so wenig als den Zusammenhang zwischen Wohlgerüchen undGeschlechtsorganen zu erklären, und war stets mit der Wirkung zu-frieden. Die Ausdünstungen sind zu fein, und wenn wir auch alleUrsachen wüßten, würden darum die Dinge besser riechen? Der blindeFlötenspieler Dulon behauptete, seine Vaterstadt Oranienburg durchden Geruch erkannt zu haben, womit er ihr kein Complimentmachte. Ich Sehender habe manche Stadt auch von Ferne schon ge-rochen, aber ob es wahr ist, daß Demokrit durch frischen Brodgeruchseinen Tod hinausverlegte? Tausende hätten gewiß schon dieses Mittelerprobt, wohlfeiler als Doktor und Apotheker. Der galante Duc deRichelieu trug Parfümirte Beinkleider, und Londoner und PariserHetären parfümirte Intimes. Wir Deutsche begnügen uns doch nochmit Riechfläschchcn, Parfümirte« Taschentüchern, und allenfalls etwas