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Zu diesem Bad sieht man gar wenig Fremde wallen,
Nur Einer badete, er war — hineingefallen.
Flüsse und Meer waren wohl die ersten Bäder, und wahrschein-lich haben sich schon Adam und Eva, die ja zwischen vier Flüssenwohnten, gebadet, als sie die Behaglichkeit der Thiere beobachteten inund nach dem Bade. Noch heute baden in Südamerika die reichstenDamen im Flusse. Die erste Frage ist: „Jst's Wasser kühl?" unddann schwimmen und plätschern sie wie Fische. Das Bad kostetnichts, man nimmt und gibt Besuche im Wasser, und so ein Bad imLa Plata oder im Ganges mag gar angenehm und gar verschiedensein von einem Bade in der Newa oder im Ncsenbach. So hieltenes auch die alten Germanen; aber selbst unsere näheren Vorelternzur Zeit der eigentlichen Badeanstalten würden zu gewissenhaft gewesensein, um Urlaub nachzusuchen, und viel zu haushälterisch mit Geldund Zeit, um in den Hundstagen außer den: Hause herumzulaufen.Unsere guten Alten hatten mehr Ehehaften als wir kennen, und stattunserer Curmonate und Präservativen ein herrliches Präservativ gegenalle Krankheiten — Lcbcnsordnung.
Man fand Flußbäder und Baden so behaglich, daß man wohldarauf dachte, den wohlthätigen Genuß in die Wohnungen zu ver-pflanzen, und bald folgten öffentliche Bäder und Mineralquellen, umwelche sogar ganze Dörfer und Städte entstanden, wie um die Ritter-burgen. Es war das erste Gesetz der Gastfreundschaft, dem Gast-freunde, der oft schmutzig genug daher kommen mochte, da man nochkeine Schuhe und Hemden kannte, und zu Fuß kam, ein Bad zu be-reiten. Schon Circe suchte Ulysses aufzuheitern durch Bäder, Andro-mache bereitet ihrem Hektor ein Bad, und Herkules, der Gott derStärke, war auch Gott der Bäder, und zwar der warmen, die unsereAerzte so lange verleumdeten. Die Mythe von der Medea, daß siealte Leute gekocht und so verjüngt habe, deutet auf warme Bäder;die Tochter Pharao's aber liebte kalte Bäder, fand so den Moses, derdie Königstochter vielleicht näher anging, was immer besser war alsdie Folgen der Hausbäder der Susauna und Bathseba. Griechen undRömer, wie das ganze Mittelalter, scheinen liederlicher gewesen zusein als wir, so wie die Morgenländer heute noch neben Mangel anBewegung und Genuß fctttr gewürzter Speisen im punoto punotlmehr sündigen, und doch — hörte man je etwas von dem traurigenfünften Temperamente, von Nervenkrankheiten, Gicht und Brüchen?Sie kamen mit Hautkrankheiten ab, und — badeten und baden.