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Keusche Najaden und Nymphen waren die Priestcrinnen der heiligenQuellen, anzuzeigen, daß man sich rein halte nicht bloß von außen,sondern auch von innen. Denn körperliche Reinlichkeit wirkt dochimmer einigermaßen zurück auf Reinheit des Gemüths, wenigstenspflegen ungesittete Völker, wie Slaven, Grönländer, Lappen, Hotten-totten, eigentliche Wilde rc. unreiner zn sein denn andere. Morgen-länder sehen stets mehr auf Reinlichkeit als Abendländer, und Mos-«, lems und Hebräer treiben bekanntlich solche bis zur Beschneidung(klimatisch nothwendiger als bei uns) und Reinigung nach jedem Bei-schlafe, was auch bei uns nichts schaden könnte. — Gelehrte solltendoppelt daran sein, äußere Zucht und Würdigkeit besser zu behaupten,und ja nicht Mensel folgen, der gelcgcnheitlich der Bäder sagt: „Ichhabe diese Hautgerberei nie geübt und bin 75 Jahre alt geworden."Lieber Meusel, Sie wären vielleicht mit gehöriger Hautkultur 95 ge-worden. Sind nicht schon Manche taub geworden, weil sie sich sowenig um ihr Ohrenschmalz kümmerten als um Haut, Küche und Haus?Ob Kant je gebadet hat? Auf seine durch Staub und Rauch graueZimmcrwände konnte man mit dem Finger leserlich schreiben, und erhielt eine solche von selbst entstandene Tapete für besser als erkaufte— sie sind so gar selten nicht, und man könnte sie taxis äs gsr^ou *taufen.
An allen Grenzen des weiten Römerreichs finden wir nebenCastellcn Badcstuben, und in ihrer Hauptstadt gab es 22 warme, 856kalte öffentliche Bäder und 88V Privatbäder- Diocletians Bäder über-trafen noch die des Caracalla an Umfang und Pracht, und noch be-wundern wir ihre Ruineu, wie die Thermen der Livia und des Titus,und unsere berühmtesten Bäder sind dagegen, was das Coloffeumgegen die Theater deutscher Reichsstädte, die doch auch von Consnl,Lenatuo koxulusguo' zu sprechen wußten. Was sind unsere übel-riechenden Badestübchcn gegen die mit Marmor, Bronze und Mosaikausgelegten Prnnkzimmerchcn mit der wicgcnartig schwebenden Bad-wanne, wo Wohlgerüche dufteten und die schönste» Sklaven und Skla-D binnen aufwarteten? Manche unserer Badebedienung müßte vor allen
Dingen zuerst gebadet werden. In den Badewannen hätte oft schonein stattlicher Aal Mühe, sich umzuwenden, und man könnte dabeifragen: Sollen hier Menschen gebadet oder Schweine gebrüht werden?In einem Durchgänge der Bäder des Titus steht die Inschrift: vuo-
t Tapeten für Nnverhetrathrte. — » Senat und DoN.