gegen das Mehl einzuwenden." Der Hindu trinkt zu seinem ReisWasser, und Alles in so geringem Maße, daß kein Abendländer dabeibestehen könnte, dafür ist er selten krank, gleichmüthig, sanft und hei-ter, wie die Kinder der Natur, die der Brodbaum und die Cocos-Palme nährt. In Italien leben Tausende von der Kastanicn-Polenta 'bei harter Arbeit und bei Wasser, und sagen scherzend: „Wir lebenvon Brod aus Holz, und trinken Wein aus den Wolken." Die inAcgyptcn gefangenen Franzosen erhielten täglich bloß eine Handvollgeröstetes Getreide und zwölf Datteln, ihre Sieger genossen auch nichtmehr, und so blieben sie lustig und heiter. Ob Deutsche das gekonnthätten?
Getreide, Gerste, Hafer, Erbsen, Linsen, Hirse, Bohnen rc. rc-präseutiren die gemäßigte Zone bis znr kältern; der wärmere undheiße Erdstrich hat Reis und Mais, die Durra (Ilolous) und Manioc,und wo diese fehlen, Datteln, Sago, Cocos- und Brodfruchtbaum;im hohen Norden aber Beeren, Moose und Baumrinde. Für dieedelste Frucht gilt nach Enropäer-Gcschmack der Mangnstan, der denGeschmack der Himbeere, Kirsche, Traube und süßen Pomeranze insich vereinigen soll. Warum konnte ich nicht auch unter Palmen wan-deln, deren bloßer Name schon die Imagination entzückt? Sie sind' die Fürsten des Pflanzenreichs, daher auch Helden mit Palmenzwcigenbegrüßt wurden, der Palmsonntag sich wenigstens mit künstlichen Pal-men schmückt, unsere heiligen Bücher den Stand des Tugendhaftenmit grünenden Palmen vergleichen, und die Seligen mit diesem Zei-chen des Siegs cinhergchcn lassen in goldenen Flügeln und weißenGewändern. Nach Humboldt wird in Neuspanien unendlich mehrPisang (Paradiesfeigen) gepflanzt als Getreide und Kartoffel; einMorgen Landes mit Pisangbäumcn nährt fünfzig Menschen. Solltenwir die Paradicsfcige in Europa nicht noch wohlfeiler haben können,als Zucker, Kaffee, Cacao?
Die Milch hält zwischen Thier- und Pflanzcnnahrnng die Mitte.Menschcnmilch, die der Esclsmilch nahe kommt, wäre wohl für dieMenschen die beste, aber wo wollten solche Erwachsene hernehmen, dasie selbst die Kinder oft entbehren müssen? Wir halten uns also auchhier an Surrogate; die kalorische Pferdcmilch ist wie gemacht fürCholeriker, Ziegen- oder Schafmilch für den Sanguiniker, die Esels-milch für den Melancholiker, und die Kuhmilch für das Phlegma unduns alle. Die Kameelmilch müssen wir den Arabern überlassen; aber
l KaNanienbrei.