nach der Chocolade, nicht gerade wegen deren Stärke, sondern mehrum sich den Mund zu reinigen. Wir begreifen nicht, wie Hipponicnsbei Athcnäns sogleich wissen konnte, ob er attisches Wasser vor sichhabe oder nicht, oder wie Bartholdy's Mann von Chios eine ganzeStunde lang ihn von der Trefflichkeit seines Brunnen unterhalten,eine Probe davon gleich einer seltenen Wcinsorte vorsehen und davonPlaudern konnte, wie Dichter von der Kastalischcn Quelle. InStädten findet man nicht selten Wasser, das der gerade Gegensatz desKastalischcn Qncllwassers ist, und das no» plus altra ist das Wasserauf Schiffen. Seefahrer sind oft in der Lage des Tantalns, undmüssen mitten im Wasser ein Wasser trinke», bei dem sie die Augenschließen und die Nase zuhalten. Der Mund läuft Trinkern vollWasser, bei Magenwasser, Goldwasser, Lebenswasser; reines Wasserwäre besser, als alle destillirtcn Wasser, Ungarisch Wasser, Angen-wasser rc. Ihnen ist so wenig zu trauen als stillen Wassern, die oftmachen, daß uns die Augen voll Wasser stehen, die vieles zu Wassermachen, im trüben Wasser fischen lassen, wenn sie uns auch das Wassernicht reichen.
In heißen Ländern ist es ein Fluß oder eine frische Quelle, diedie Menschen znsammengesellt, in kalten aber das Feuer oder derOfen; Rockcnstubcn sind immer achtnngswerther als Tabagien undWein- und Bierkellcr. In der alten Patriarchenwelt, wo Königs-töchter Wasser holten, was jetzt schon gegen den Charakter einer Köchinwäre, die eine Beiläufcrin verlangt, und nur in der Dämmerungselbst läuft, wurden Freundschaften und Liebschaften am Brunnen ge-stiftet, und Rebecca hätte Jsaac nicht bekommen, hätte sie nicht ihrenKrug geneigt vor dem Knechte Abrahams und seinen Kamcelen Wassergeschöpft. Das schöne Geschlecht ehrt überhaupt das Wasser auf allerleiArt mehr als wir. Ihr Kaffee und Thee ist im Grunde Wasser, sietrinken Wasser statt Wein, daher weinen sie auch so leicht, und wasist im Grunde die Hippokrene der Dichter? Unsere Mägde schätzenden Brunnen, und noch heute werden da so wichtige Sachen abge-macht, als in der Welt der Patriarchen. Unterhielt sich nicht selbstJesus mit der Samaritcrin am Brunnen? Ich wohne sehr gerneeinem Brunnen gegenüber, und die wasscrholcnden Nymphen erregenmir stets patriarchalische Ideen.
Hippokrates von Kos war der größte Lobrcdncr des Wassers, da-her die Schule von Salernv Wortspielen!) das Wasser Wein von KosDrmokntoS. IN. 11