Band 
[Dritter Band. - Vierter Band.]
Seite
164
JPEG-Download
 

161

einmal bei sich behalte» konnte, wenigstens nicht im stoßendenWagen. Ich lachte nnd trank Milch. Wein- und Biertrinker lachtenauch, aber im Jahre 1817 lachten wieder die Kaffee- und Theeschwe-stcrn und Znckcrmänler. Das Wort Kaffee (arabisch LuKouS, d. h.Stärke) kann keine Stärke verleihen, da der edelste und heilsamsteTheil beim Dörren und Rösten verloren geht, selbst wenn es Mokkaist. Nach der Sage verdanken wir ihn Mönchen, die in staUis ein-schliefen, und da sie bemerkt hatten, daß Ziegen, die von diesen Boh-nen gefressen hatten, ungemein lustig wurden, wie Damen in Kaffee-visiten, so machten sie ihnen nach.

Indessen haben Kaffee, Thee nnd Chvcolade offenbar den lachendenWitz befördert, und was mehr sagen will, das starke Bier- nnd Wein-saufen vermindert. Die Franzosen nennen daher nicht mit Unrecht denKaffee doisson iutslloetuolls. * ! inalkonrouss, gas zs suis, rief

jene Frau bei der Nachricht vom Tode ihres Mannes, vits äu eakü!'Echter »»vermischter Thee (denn schon die Sinescn mischen andereBlätter darunter; ant der See verliert er viel Kraft, daher der so-genannte Karavanenthce Über Kiächta besser ist: und was mag erstim Abendlande geschehen, bis er in die Tasse kommt?) hat gleichfallsstärkende und erheiternde Kraft, die der vr. Bontekoe, ' reichlich be-zahlt von seinen damit monopolisirenden Landslcuten, so erhob, daßsein Panegyrikus von 1684 wie eine Satire aussieht, wo er bewies,daß der Staatsmann, wie Schuster nnd Schneider dadurch erheitert,bessere Arbeiten lieferten, und man, um recht gesund zu sein, täglich1 — 260 Tassen zu sich nehmen müsse. Damals herrschte noch diesylvische Schule, welche die Krankheiten aus Berdickung der Säfteentstehen ließ, folglich verdünnende und schweißtreibende Getränke alsGegenmittel ansah. Wer das Mittelaltcr recht kennt, findet auchThee- und Kaffecvisitcn wohlfeiler, als die Bier-, Wein- und Glüh-wcingelage. Thee nnd Kaffee setzen auch weniger Erde ab, undsichern daher gegen Stein. Sollen ausländische warme Getränke sein,so wünschte ich, daß wir wie Spanier, Cacao vorzögen, wenn die Tasseauch nicht so wohlfeil kommt, als im spanischen Südamerika, wo dieTasse ganz fertig einen Kreuzer kostet. Was mich betrifft, so wünschteich mir ein Gärtchen mit Humboldts Milch- oder Kuhbäumen, undda dies nicht angeht, wenigstens Cacao, wo mehr Cacao als Mehl

t Geistiger Trank. — r Ich Unglückliche — schnell bringt Kaffee! — b Bontekoe, vonder holländisch-ostindischen Compagnie bezahlt, machte den Thee zuerst auf dem Festlaudevon Europa durch eine Schrift bekannt, inoem er ihn nicht allein als ein wirksames Er-heiterungsmittel, sondern auch als Arznei gegen alle Krankheiten anpries.