kcn und schlafcn; die wahre Weisheit des Lebens aber besteht in Mäßi-gung der Lüste und Begierden, was uns schon das uralte indischeEmblem, das Moses nur kopirte, lehren kann: die Schlange, dasSymbol der Klugheit, reicht den Menschen den Apfel. Umstände undGewalt haben schon Menschen gezwungen, Alles zu essen, aber dochnie Alles zu glauben, und Alles, was zur Ehre der Menschheit gereicht,kann man nicht sorgfältig genug bemerken, da es nur wenig ist. Je-des Thicrchen geht seiner Nahrung nach, der Maulwurf unter derErde nach Rcgcnwürmern, wie der Feldherr über der Erde dem Feinde,und so sterben beide in ihrem Beruf. Esseu und Trinken hält Leibund Seele zusammen, und so sollten wir wenigstens den secirten Lei-chen den hungrigen Magen unter den einen und die durstige Leberunter den andern Arm ins Grab geben, wie dem gebratenen Geflügelauf der Tafel.
XIV.
Einfluß der Erziehung.
Die Menschheit geben uns Vater und Mutter, die Menschlichkeitaber gibt nur die Erziehung. Die Schule, sagt Scheffner, ist dasVocabularium des Lebens, die Akademie deren Grammatik, und dasAmt sollte den Ausarbeitungen gewidmet sein. Alles geschieht dochmehr zu rechter Zeit, am rechten Ort und mit dem nöthigen Nach-druck, wenn wir frühzeitig an ein bischen Pcdanterei gewöhnt werdenim Lehr-, Wehr- und Nährstaude. Veni, puor, äiscs saxoro ' ist derAnfang des alten Orbis piotus, der nicht von Lichtenberg ist — aberlieber Himmel, auf welchen Umwegen gelangen wir zum Ziele, zumSaxero! Die Alten waren in einer Hinsicht weiter, sie erzogen schondie Knaben zu Bürgern zum Wohl des Staats. Bei uns ist nochkeine Rede davon, wie hätte ich sonst so oft von Kleingroßen, wennihnen ein offener redlicher Mann die Wahrheit zu sagen die Ehreschenkte, hören können: „Der Mensch ist ohne Erziehung!" Noch sel-
> Komm, Knabe, lerne weise sei».