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[Dritter Band. - Vierter Band.]
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und Mondfang; die Schultheißcnwahl zu Lümmclsdorf; die schwäbi-schen heiligen drei Könige rc. Alle von wahrer vis eomios.'

Die Predigt über die Martinsgans nach V. Moses 14,11: „Allereinen Vogel esset," gehört unter die vernünftigsten, und ist nicht, wieviele, zum Spaß erfunden, sondern wirklich abgehalten worden. „DieAlten," spricht der Redner, „achteten auf Flug, Geschrei und Fressender Vogel, und ihr selbst weissagt Winterkältc aus dein Brustbein derGans, die ihr heute essen werdet. Jeder ißt heute seine Gans, bleibtaber selbst eine, wenn er nicht weiß, wie viel sich von einer Ganslernen läßt. Wir wollen also zuvor betrachten die Gans 1) im Leben,2) im Sterben. Die Tugenden der Gans sind Geselligkeit, Wachsam-keit, Reinlichkeit, Schamhaftigkeit, selbst eine gewisse Verschlagenheit.Gänse leben gerne friedlich schnatternd mit einander, baden sich fleißig,sind stets reinlich und wachsamer als Hunde; diese schwiegen beimSturm der Gallier aufs Capitolium, denn diese hatten ihnen Fressenvorgeworfen, die Gänse aber schnatterten selbst beim Fraß. Gänsetreiben das Geheime auch geheim, und reinigen sich auf der Stelle,während Hahn, Enten, Puttcr rc. laut dabei werden und ungcscheutUnzucht treiben. Die wilden, unverdorbenen Gänse sind ungemeinverschlagen, schweigen in Gefahren, und enthalten sich aller Speisen,die ihrer Natur zuwider sind; sie sind vernünftiger demnach als ihr!

„Die Laster der Gänse sind Schnatterhaftigkeit, Trinklust undGefräßigkeit, und das sollt ihr meiden. Ihr Schnattern und Datiernist Sprichwort geworden, das nur zu häufig auf Weiber angewendetwird; wenn jemand naht, strecken sie die Hälse und zischen wie Schlangen;sie suchen den Feind zu vertreiben, und ist er vertrieben oder gar inden Fuß gebissen, so stecken sie die Schnäbel zusammen, schnattern stillervor sich. hin, was entweder Danksagung oder auch Beobachtung seinkann, die sie machten und nun einander gevatterlich mittheilen, was immervon Zusammcnsicht zeugt. Wenn eine trinkt, meinen die andern gleich, siemüßten auch mittrinken, was unterbleiben könnte, aber macht ihr's besser?Einer rüst dem Andern ins Wirthshaus. Ihr größter Fehler ist die Ge-fräßigkeit. die uns jedoch am meisten nützt, ohne sie hätten wir vielleicht garkein Martinsfest; aber am Ende werden sie so fett, daß sie nicht mehr fliegenkönnen; dann braucht dcrBratcn nur gebraten zu werden; ihr aber sollt da-bei bedenken, daß, wenn ihr das Irdische, Fressen und Saufen so liebt, ihreuch nicht mehr zum Himmel erheben könnt, so wenig als die fette Gansauf's Dach, und was muß am Ende aus euch werden? Teufelsbraten.

l Komische Wirkung.