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[Dritter Band. - Vierter Band.]
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Trank mit dein Geschenke der Bienen, verbittern aber durch Lasterihre Vernunft, das Geschenk der Götter." Mit dem ugpotitus ratio-rialis, den die ältern Philosophen dem sppotitus sonsitivus,' deruns mit den Thieren gemein ist, entgegensetzten, steht es bedenklich,

vitns nemo süie nasoltur, optimus !llsminimis rir^etur. ^

Tugend kommt von Taugen und bedeutet eine moralische Stärkedes Willens in Befolgung unserer Pflicht, und das Gegentheil ist dasLaster; in der Mitte liegen die Untugenden oder moralischen Schwä-chen. Aristoteles schon setzte die Tugend in die Mitte zwischen zweifehlerhafte Extreme: zuviel und zuwenig; die Stoa aber verlangtegar „völlige Unterdrückung aller Leidenschaften," und empfiehlt sichdadurch wenig, wenn es richtig ist, daß Mangel aller Leidenschaftendas untrüglichste Zeichen eines dummen Jungen ist. Die Leidenschaftenfind und bleiben junge Grasen, und der Vernunft geht es wie ihrenHofmeistern, wenn sie sich gleich Messieurs les Gouverneurs nennenlassen.

Die Gelehrten haben viel gestritten, ob Neigungen uns angeborenwerden. Ja und nein, wie man will. Die entfernten Anlagen brin-gen wir mit, denn sie find körperlich; aus diesen entstehen nähereDispositionen, daraus Neigungen und aus Neigungen Leidenschaftenund Begierden, die nach der Lebhaftigkeit unserer Vorstellungen stärkeroder schwächer wirken. Die Hanptneigung, aus der dann wiederNebenncigungcn, wie Neste dem Banne entsprossen, liegt in uns, aberäußere Eindrücke, Temperament, Lebenslage und Verhältnisse, Erzie-hung rc. entwickeln und modificircn sie ins Unendliche, und Gewobn»heil verstärkt sie noch; consnstucko tlt altern naturu. ° Bedeutender istder Streit unter den Leidenschastcn selbst; was der Eine Vorsichtnennt, nennt der Andere Furcht, was dem Einen Grausamkeit scheint,scheint dcni Andern Gerechtigkeit, was Jenem Verschwendung heißt,heißt Diesem ehrenvoller Auswaud, und was Diesem Stolz ist, istJenem bloß Anstand und Würde; Gewohnheit herrscht über uns wiedie Meinung.

Nicht minder haben sich schon die griechischen Philosophen herum-gebalgt, ob Tugend gelehrt oder gelernt werden könne, oder einGeschenk des Himmels sei. Nach der besten Lehrerin, der Erfahrung,

l DcrnLnkNges Begehren. — Sinnliches Begehren.

^ Niemand wird ohne Fehler geboren, und der ist der Beste,

Der die weniqstcn zeigt,v Die Gewohnheit wird'zur andern Natur.