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[Dritter Band. - Vierter Band.]
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Unvermögen, dem Ehrgeiz und Zorn Knechtschaft und Unruhe, demGeize Armuth mitten im Ueberfluß, dem Egoismus Haß oder Gleich-gültigkeit Anderer; den Eitel», Feigen und Weichling straft wenigstensdie Geißel des Satyrs. Jene Verschleierung oder höfliche Bcrstellungs-knnst ist einmal Folge der höheren Verfeinerung und eine nothwendigeEigenschaft des Gebildeten, der in der Welt und Gesellschaft fort-kommen will; aber wie wäre es, wenn wir das Vergnügen des Thea-ters, das unsere Voreltern nicht kannten, oder nur im Rohen, unddas ohnehin zunächst auf Erregung angenehmer, trauriger und ge-mischter Empfindungen abzielt, durch einen neuen Zweig geistigen Ver-gnügens erhöhten, durch richtige, anschauliche Darstellung der ver-schiedenartigen Leidenschaften in ihrer vollen Wahrheit? Eine förmlicheLcidcnschastsdcutnng wäre das wahre Fenstcrchcn in der Brust, dasMomus vielleicht anch meinte. Maler haben schon viel geleistet, aberDichter und Schauspieler können mehr leisten, als Meißel und Pinselzu leisten vermag.

Die Weisheit gedeiht nur auf dem Boden der Selbstkenntniß, undnur der Weise kennt sich selbst. Ruhe des Gemüths ist die Tochterder Weisheit; aber wo diese finden, wenn die Mutter noch nicht ge-funden ist? Man kennt den Menschen, wenn man sich selbst kennt,der schwerste Schritt, weil Selbstsucht sich quer in den Weg stellt; derzweite Schritt, die Menschen kennen zu lernen, ist leicht, sobald manunter ihnen und mit ihnen lebt, und im Spiegel Anderer lernt mandoch auch sich selbst besser kennen als vor dem eigenen Spiegel. DieMenschen gleichen sich alle, unter Pharaonen wie unter Alexander««,unter Cäsaren wie unter Carls und Napolconcn, unter dem Nord«und Südpol wie unter der Linie, in Wien wie zu Paris, und in laTrappe wie im Serail, allerwärts Menschen, bomunoiones. ' lindworaus läuft die hochberühmte Menschenkenntnis!, die man uns so sehranempfiehlt und deren sich gar oft diejenigen an« meisten rühmen, diesie am wenigsten besitzen, worauf läuft sie hinaus, und was ist sie?Die richtigste Definition, beinahe so erhaben als die, welche Hobbes VvinLasterhaften gibt: Zlnlus est pusr robustus, ^ dürfte nach vielfachenTäuschungen und Gefahren, die man erleben mußte, leider sein: Un-glaube an Tugend und Redlichkeit! Die Stoiker kannten nur eineTugend und nur ein Laster, die sich wie Gesundheit und Krankheitverhalte»; aber schon die Dichter der Griechen sprechen: Gut nur aufeine.Art, schlecht auf tausend Arten!

l Menschlein. — r Der Lasterhafte ist ein starker Knabe.