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[Dritter Band. - Vierter Band.]
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sein, wenn er selbst zum Kapuziner nicht würdig ist?" Den Beweisder Gottgefälligkeit nahmen die Kapuziner daher, daß die zehn Geboteauf dem kleinen Berge Sinai und nicht auf dem Kaukasus, Mont-blanc, Maudit oder den Cordilleras gegeben, und nur arme Fischerzu Aposteln gewählt worden seien; Nichtkapuziner aber sahen in ihrthatlose Wegwerfung durch langen Druck, Mangel an Erziehung, undVerachtung wie bei Juden. Es gibt allerdings eine wahre Demuth,das Bewußtsein unseres geringen moralischen Werthes in Vcrglcichungmit dem Gesetz der Sittlichkeit, aber die Läugnung alles eigenen mora-lischen Werthes ist falsche Demuth und wird zur Kriecherei des Skla-ven. Wahre Herzensdemuth kann nur der Gedanke an Gott und derBlick in die große Natur geben, und gerade dieses Gefühls sind dieWenigsten fähig. Eine recht anschauliche, gründliche Betrachtung desWeltalls macht demüthigen als die ganze Klerisei je war, von St.Peter an bis zum neuesten Franziskaner in München.

Muth (ou^L?) gehört zum Leben, man lebe auf dem Throne, oderauf dem Schemel vor der Hütte, oder sitze als Bettler an der Straßen-ecke. Alle Demuthspredigten führten bloß zur Heuchelei oder höchstenszu dem passiven Gehorsam und Sklavcnsinn, wie ihn Kirche undStaat gerne hatten im Mittelalter, Napoleon im neunzehnten Jahr-hundert wieder wollte und gar Manche noch wünschen, die nie an ihräio eur die? ' denken mögen. Die Würde der Menschheit verlor sichoffenbar mit dem so frühe mißverstandenen Christenthum, wenn wirdas Alterthum vergleichen, und doch darf der Mensch als Menschimmer etwas stolz sein auf das, wozu er sich erhoben hat; es ist einTheil seiner Arbeit uud seines Lohnes, was ihn allein vom Thier zuscheiden vermag.

Edel ist daher der Stolz des Mannes von Charakter, Gefühlseines Werthes, nicht Rebellion kleiner Seelen gegen das, was übersie hervorragt: er nimmt kein Gesetz von Andern an, als etwa inKleinigkeiten, sein Betragen harmonirt mit seinen Grundsätzen, er be-harrt in seinen Unternehmungen, denn er unternimmt nichts ohneUeberlegung und nichts, was über seine Kräfte geht; sein Haß iststark wie seine Zuneigung; Beleidigungen rächt er nicht, vergißt sieaber auch nicht, und läßt sich nur einmal beleidigen. Er stirbt wieHamlet sagt, mit allen seinen Sünden, ohne letzte Sakramente. Esist lächerlich, stolz zusein auf das, was der liebe Zufall gab, Geburt,Reichthum, Schönheit rc.; aber das, was man sich selbst gab, Ans-

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