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[Dritter Band. - Vierter Band.]
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bildung des Geistes und Herzens, Kcnillniffe, Fertigkeiten rc., aufdas, meine ich, dürfte man schon ein bischen pochen. Jener Stolz istauch ziemlich Hinweggelacht; aber gewisse überstülpte Freihcits- undGlcichhcitsseeleu wollen auch letzteru nicht gelten lassen in unsernZeiten, die Jugend sich dem Alter und gestandenen Männern, dieschon etwas geleistet haben, gleichstellen, und selbst Ungebildete denGebildeten oft auf recht plumpe Weise.

In unsern Zeiten darf man daher bei der grössten Humanitätund nugeheucheltstcn Popularität das nicht thun, was mau sich ge-mein machen nennt, d. h. mit Leuten ohne Bildung vertraulich werden:sie mißbrauchen es, verstehen es falsch, und werden noch hnndsge-meiner. Oft habe ich in jüngeren lebhafteren Jahren trotz meinerTheorie in xruxl gefehlt; oft haben mir gewisse Herren (freilichKräbwinkler) gesagt: „Sie müssen mehr aus sich machen;" aber esgefiel mir die Zntraulichkeit der Leute; zuletzt aber fand ich doch, daßeine gewisse hösliche Entfernung und Zurückhaltung in gewissen Ver-hältnissen nothwendig und ersprießlicher sei. Ich erinnere mich zweierjungen Herren Kanzlisten, die von unserem kleinen Cirkel ausgeschlossenwaren; ich hielt es für lächerlichen Hochmuth meines Vorführers, derals stolzer Narr sattsam bekannt war; sie wurden aufgenommen, undwas war die Folge? Sie wurden ungehorsam und vernachlässigtenihren Dienst. Ich stieß auf Menschen, die sich Freunde, alte Freundenannten, und sich so erbärmlich benahmen, daß ich einem davon schrieb:„Es sei mir unmöglich, ihn ferner Freund zu nennen, ja ich könneihn nicht einmal für meinesgleichen halten, d. h. für einen Menschen!"

Wer wollte es dem Prinzen Moriz von Oranicu verargen, wenner aus die Frage: Wen halten Sie für den größten jetztlebenden Ge-neral? antwortet: „Spinola ist der zweite;" dieselbe Frage that einBritte an Napoleon auf Elba, und setzte hinzu: „Ich glaube Welling-ton." — „Er hat sich noch nicht mit mir gemessen," sagte Napoleonhitzig, und wir verzeihen es ihm gerne, da späterhin Wellington ihnso schön gemessen hat. Die beste Antwort auf solche Fragen ist diedes Epaminondas, der zwischen sich, Chabrias und Jphikrates ent-scheiden sollte: „Warten wir, bis wir todt sind." Der Mann vonCharakter ist kalt und stille, ohne besonders geliebt zu sein, denn dieEigenliebe Anderer urtheilt und hält sich gerade am wenigsten an großeEigenschaften, sondern vielmehr an Bescheidenheit, Rücksicht, Höflich-keit, Freigebigkeit rc., ja man darf annehmen, daß der Mann, von

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