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mit dcm jungen Grafen von Charolais, das; er einst müde von derJagd zn ihm sagte: „Komm'! zieh mir die Stiefel aus." Lachendzog sie ihm der Graf aus, schlug sie ihm aber um den Kopf, und soverließ Commincs den burgnndischcn Hof und ging nach Paris.Eine regierende Dame beschwerte sich über mich gegen eine andereregierende, und diese schrieb ihr: „Wenn du dir die Muhe nehmenwillst, ihn näher kennen zn lernen, so wirst du viel Nobles finden;"sie zeigte mir die Stelle »nd ich erwiderte: „Nun. wenn Euer ...mich für nobel halten wollen, so snbmittire ich." Ilngcmcin artig könnendie Patricier sein, so lange sie allein unter Plebejern sind; so wie aberjene sich mehren, fährt der Teufel der adeligen Absonderung in sie,und den soll noch'kein Bad geheilt haben. Sitzt man neben einemsolchen, so ist das Gesicht und die Rede doch stets zn dcm genealogi-schen Mitbrndcr gewandt, oder wagt sich der Bürgerliche nngcnirt indie Unterhaltung, so sagen ihm kurze Antworten und Blicke, daß erzn viel wage. Diese Beobachtung habe ich mehr in norddeutschen alssüddeutschen Bädern gemacht, und in einem solche» Bade an Hindostangedacht, wo es zwar nicht so weit ging, daß man die Berührung einesNiedern als förmliche Verunreinigung ansah, aber doch bei der Frageeines Gewissen ohne Geburt sich geradezu ohne Antwort abwandte.Es ist noch heute rathsam, sich keinem Adeligen offen und traulichhinzugeben, so lange man nicht seine 32 Quartiere, nicht heraldisch,aber philosophisch geprüft hat. Der Bürgerliche, der über solche Thor-heiten oder über das gnädige Air der Herablassung, welches dasGefühl eines denkenden, edlen Mannes, der nicht von Adel ist, ammeisten empört, noch klagen mag, statt zu lachen, beherzige den Sprucheines weisen Dichters:
Viel Klagen hör' ich oft erheben,
Von Hochmuth, den der Adel übt;
Des AdclS Hochmuth wird sich geben,
Wenn eure Kriecherei sich gibt —
nnl^er hat sich ziemlich gegeben. Noch 1792 sagte mir ein Mann,der aber freilich in einem der Rittcrkantons geboren, erzogen undangestellt war, da ich adeliger Gesellschaft auszuweichen suchte: „Dasthun nur stolze Leute;" und ich erwiderte: „Oder auch Leute, die überdie Frage: Was ist Adel? gedacht haben und im Reinen sind;" jetztdenkt er wie ich, und hat dcm niedern Adel sogar den hohen beigefügt.
Der Vornehme macht sich mit dem Geringen, wie man spricht,gemein; aber mit gar vielen Vornehmen macht sich wahrlich der Ge-