Band 
[Dritter Band. - Vierter Band.]
Seite
146
JPEG-Download
 

146

Wie oft war nicht schon ein hübscher, kräftiger Kutscher oderZimmerbedientcr der wahre Schildhnltcr des hochadcligcn Wappens,der solches von. Zerbrechen oder vom Untergänge rettete? Dem KaiserJoseph II-, erhaben über hundert Vornrtheile seiner Zeit und so auchüber den Adelspnukt, worüber er weit philosophischer dachte als dergroße Friedrich, war zu Wicu auch das allzuviel«: „Gnaden" und„Von" zuwider; daher rief er einst iin Scherze einem seiner Bedienten:„Herr von," und dieser hatte die Geistesgegenwart, sich auf derStelle für seine Nobilitiruug zu bedanken; der Kaiser wollte sich keinDementi geben und nobilitirtc ihn lachend- Aber darum bleibt dieIdee stets weise, Menschen höher zu stellen als Andere, damit siehöherer Art werden können und sollen, und daher hat der Adel stetsSinn, wird folglich bleiben, mutatis inutanckis, > wie andere willkür-liche Dinge; aber die Vernunft des Enripidcs wird daneben stehen:„Der Biedermann ist ein Edelmann wer es nicht ist, ein Un-

adeliger (Su^evrst), und wenn er von Jupiter selbst herstainmtc!" DasWort nobilis gebrauchen die Römer auch von Wein, Pferd, Fellenund Kleidern, selbst von Untugenden und Lastern, denn es soll weiternichts bedeuten als ausgezeichnet, so wie die Vernunft, da Tugen-den nicht forterben, den Ade! nur dcfiniren kaun: „Personifikation derTugend, Virtuosität!" Regierender Adel, wie leider in Deutschlandbis zur Revolution, war Unsinn. Mit einem ekelhaften Ableger desAhnenstolzes, mit dem Familienstolze der Staatsbeamten in unsernweiland Duodezstaaten, die alle Aemter an sich zu ziehen wußten undKeinen aufkommen ließen, der nicht von der Familie war, oder in siehinein heirathete, selbst wenn der Landesherr das Gegentheil wünschte,hat sich's gegeben. Diese Hcrrlcin kopirtcn die höhere Welt oft sehrplump und machten miteinander selbst die größten Umstände, die nurimmer Schwachköpfe machen können; mir kam das Ding immer solächerlich vor, als wenn ich Knecht und Magd zueinander Sie sagenhöre. Sie baten Andere gar höflich: „Gcniren Sie sich ja nicht,"aber wehe einem Supplikanten, der es wörtlich genommen hätte; siewarfen selbst mit Freund! Herzensfreund! um sich, und es gab Leute,die stolz darauf waren, wie Zimmermann auf Friedrichs man ami,Aber nichts ging über ein Von, das mich jedesmal, zumal wenn esgar erkauft war, an den Holländer Tast mü> sein van erinnerte, dasganz ausdrückte, was er war, van last, Phantast.

Ein bürgerlicher Gehcimerath, dessen Tochtermann im russischen> Mit Milderung d-S Unz-itgem-ijjen.