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XVIII.
Der Ehrgeiz.
Hläsurovs los VL^OQS äo ncitrs sxliöro ot rostovs av
Ehrgeiz oder Ehrsucht ist ein Auswuchs des natürlichen Triebeszur Ehre, oder des vernünftigen Verlangens nach einem günstigenUrtheil Anderer von unserem Werthe, und der Gegensatz der Ehre istSchande. Wer gleichgültig gegen Ehre ist, ist auch gleichgültig gegendie Schande. Der Stolz strebt nach Vervollkommnung seines Ichs umseines eigenen Bewußtseins willen; Ehrsucht geht mehr nach außenund trachtet nach Glanz vor der Welt. Der Ehrsüchtige macht dahergerne Vorzüge geltend, die an sich selbst keinen besondern Werthhaben, strebt nach bloß äußeren Zeichen der Ehre, nach Rang, Titel,Reichthümern, wird gerne eitel, Modenarr, Prahler, Lügner, Sonder-ling , alles nach Umständen, sucht zu gefallen und überall gelobt zuwerden; aber allgemeines Lob ist in der Regel das Patent der Mittel-mäßigkeit; wie könnten wir sonst so viele Lobreden zählen? In denersten Zeiten sang man nur den himmlischen Göttern Hymnen, baldaber ging man auf Kaiser und Könige über; die Alten machten es soarg als die Neueren, endlich gab es slogss oun slogss, slogos ava-äSmiguos' und selbst Kanzellob, oder gedruckte Leicheupredigten.
Ein höherer Grad des Ehrgeizes ist Ruhmsucht, die nicht seltenznm geraden Gegensatz der Ehre führt, und oft weniger berühmtmacht als berüchtigt; denn sie gleicht dem Fieber, das zwar die Kraftunseres Organismus erhöht, aber doch immer Schwäche zur Folgehat, wie das politische Fieber Frankreichs. Ruhmsucht kann daher,selbst wenn sie große Resultate liefert, vor der Vernunft nicht gerecht-fertigt werden, und artet, wie die Ehre des unersättlichen Eroberersund Mcnschcnschlächtcrs, aus in Schande. Den richtigsten und kür-zesten Weg zum wahren Ruhm hat schon Sokratcs angegeben: „Seidas, was du scheinen willst!"
t Messen wir die Strahlen unserer Sphäre und bleiben wir im Mittelpunkte, wiedas Insekt inmitten seines Gewebes. — r Lobreden auf Lobrede». — Akademische Lobreden