Band 
[Dritter Band. - Vierter Band.]
Seite
229
JPEG-Download
 

S29

wenig Umstände als mit seinem Buttcrbrode, auf dem er die Butterausbreitete mit dem Daumen. Eigensinn war es doch wohl, daß erdurchaus nicht französisch sprechen wollte, ob er gleich gekonnt hätte,und Franzosen lateinisch antwortete in guter Laune, sonst aber durcheinen Dolmetscher. Aber kaun man es ihm verargen, wenn er mitseinen großen Sporen des Großvczicrs langes Prächtiges Gewandzerriß, der bestochen am Prnth mit Peter Frieden machte, und den ergefangen nach Stambnl hätte schicken können? Die Bcmcrknug desErsteren: „Nicht alle Herrscher müssen entfernt von Hanse sein!" ver-räth viel dou sons und verdient Achtung. Der Großvczicr schmälertezuletzt die ihm befohlenen Lieferungen, und was that der nordischeHeld? Er befahl, statt der bisherigen zwei Tafeln deren vier znhalten, und das war schöner, als wenn er seinen großen Stiefelwirklich als Regenten nach dem mit seiner langen Abwesenheit unzu-friedenen Schweden gesandt hätte; Caligula machte doch noch einenGaul zum Consul, und wir kennen Consulcs, die noch größere Karren-gäule gewesen sind.

Wer weiß, ob der große Carl die Schlacht von Pnltawa verlorenhätte, wenn er solche nicht wegen seiner Wunden in einer Tragbahrehätte leiten müssen, da seine Schweden gewohnt waren, ihn überall,wo es galt, in den Pnlvcrwolkcn zu erblicken auf raschem Pferde?Die tollkühne Vertheidigung zu Bendcr mit dreihundert Schwedengegen die ganze türkische Macht, und sein Hcldcnschcrz: „Jetzt fechtenwir pro aris et koois!" l ist so bekannt, als sein kaltes Blut zn Stral-sund, da beim Bricfdikliren eine Bombe ins Zimmer schlug. DerSekretär rief erschrocken: Eine Bombe! eine Bombe! die Feder ent-fiel seiner Hand, und Carl sagte lächelnd: „Was geht die Bombe denBrief an?" und diktirte weiter. Der Muselmann, der znm Groß-vczicr sagte, da Carl zn Dcmotica saß und sich krank stellte: „Laßihm sagen, er könne bleiben, so lange er wolle; gib ihm »nr keinGeld, und er geht freiwillig fort," kannte den Eigensinn besser; undwirklich ritt er fort von Dcmotica nach Stralsnnd in sechzehn Tagen,auf einem Umwege von dreihundert Meilen, «nd znm Beweise, daßer nicht müde sei, legte er stehend seinen einen Fuß sammt dem großenStiefel, der ihm weggeschnitten werden mußte, hinters Ohr. Stock-holm wollte er nur als Sieger wieder sehen, »nd so fiel er vor Fried-richshall durch eine Kugel, von der noch heute nicht ausgemacht ist,ob sie aus der Festung kam, oder aus dem Pistol eines Meuchcl-

> Für Altar und Hcrd.