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[Siebenter Band. - Achter Band.]
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Neuern sahen ihn zwar auch als Unkraut an, das aber nicht wohlausgerottet werden kann, wenn das Kraut, unter das es sich mischt,nicht darunter leiden soll; sie wollen also das Unkraut nur beschränken.Neue leichtsinnige Botaniker behaupten, daß es eigentlich gar kein Un-kraut gebe, und haben die Stimme der Weiber für sich; denn garviele, die Damen geworden sind, halten Spitzen für nöthiger alsHemden, und schöne Mobilien und Kupferstiche für nöthiger alsMehl, Holz und Lichter, denn jene sieht man, diese nicht, und wozuKassenvorrath, wenn man Kredit hat? Manche halten sich sogar fürHanshälter, wenn sie ohne Licht schlafen gehen, im Sommer selbstohne Licht zu Abend essen und im Winter sich recht zeitig niederlegenund recht spät aufstehen, um das Ofenfeuer zu sparen; aber das Tages-licht kostet sie wieder weit mehr in Gärten und auf der Kegelbahn.In Zeiten der Ueppigkeit hat das schwächere Geschlecht noch stets dasstärkere verführt; das Weib ist Kind geworden, und der Btann Weib,und beide Sklaven der Sinnlichkeit. Deutschland verbrauchte 1819 anKolonialwaaren 172 Millionen Gulden, nämlich allein für Kaffee,Chokolade, Thee, Zucker, Tabak und Gewürze, 52 Millionen für ita-lienische, französische und andere Seidenwaarcn, Weine und Luxus-artikel, allein 130 Millionen für englische Waaren, — 354 MillionenGulden für lauter Entbehrlichkeiten, nicht daran zu denken, daßjeder Zuckerhut einem Schwarzen, und jede Perlenschnur einem Tau-cher das Leben kostet, wie jede Lonisnacht bei der Maintcnon vielleichthundert Hugenotten.

Das Glück eines Staates besteht in Tugend oder guten Sitten,die den Einzelnen glücklicher machen als Reichthum, und aus Ein-zelnen besteht der Staat; Einfachheit ist der Weg dazu, und sieherrschte, wo man noch rief: „Herr König, Gott verleihe Dir langesLeben!" noch vom seligen Herrn sprach, seine Verwandten uneigen-nützig liebte, wie eigene Kinder, und mehr handelte als schwatzte.Unsere Alten machten Stiftungen; jetzt schlägt sich der Arme mitHunger, Wind, Wetterund Bettclvögten und stirbt auf dem Schuh;man bemitleidet ihn und geht in den Spitalkeller. Lykurg trugdas ganze Jahr einen Rock, und Phocion lehnte das Geschenk Alexan-ders von hundert Talenten ab, holte sich selbst Wasser und wusch sichselbst die Füße. Joao de Castro, Generalgouvcrneur des Portugiesi-schen Indiens, hinterließ drei Realen und eine Geißel. Unsere Staats-diener ziehen sich zurück auf ihre Güter mit fetten Pensionen; der Staatlebt sonst von seinen Bürgern, jetzt lebt ein Viertel derselben vom Staate.