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nannten, ist eigentlich besser entwickelter Verstand durch bessere Stu-dien, vorzüglich aber durch die Gesellschaft, die sie auch lehrt, dieFurcht vor Eltern abzulegen, so abgeschmackt als Gespenstirfurcht.Die feinere Welt erläßt einem lübschen Jungen, der sich gut zu pro-ducireu weiß, alle wesentlichen Vorzüge des Geistes und Herzens, derensie ja selbst entbehrt, und hält sich an Politur. Es geht den Kinder» imMittelstände fast wie den Fürstenkindern, die nie als Kinder behandeltund daher von der Wiege an verdorben werden, abgerechnet, daß froheErinnerungen, die den Mann und Alten so oft noch aufheitern, ver-loren gehen. Wer die Wahrheit sagt, vergißt sich, sagen die vorneh-men Kinder, und wenn Vornehme so gerne leise und undeutlich spre-chen, so kommt es von nichts Anderem, als daß man ihren bloßenWinken schon entgegenkam. Wir Kinder durften am elterlichen Tischenur reden, wenn wir gefragt und aufgefordert wurden, wie an fürst-lichen Tafeln; jetzt tragen in vielen Familien die Kinder die ganzeLast der Unterhaltung, die Eltern hören wohlgefällig zu, und Anderemüssen wohl zuhören und schweigen. Es war ein grämlicher Alter,der bedauerte, so zur Unzeit geboren zu sein; in seiner Jugend habeer schweigen müssen als kleiner Junge, und jetzt in seinem Alter müsseer wieder schweigen, da die Jungen das Wort führen. Unsere Altenforderten von der Jugend bloß die natürliche Höflichkeit, die den sitt-lichen Charakter sichert, und glaubten, daß die couvcntionelle oder derbon-ton leicht nachgeholt werden könne, wenn der Charakter sicher undfest stehe, und sahen ihre Kinder nicht gerne in der Gesellschaft, wosie zwar sich benehmen, aber noch nebenher gar schlimmere Dingelernen, und Fleiß und Thätigkeit und Ernst verlernen bis zu dem inder Jugend so ersprießlichen Rothwerden und Blödesein. Die werthenKleinen gelangen dadurch zu einer solchen erwachsenen Unverschämtheit,daß man an Herodes denkt, und das Fest des Pfefferns ernstlichernehmen möchte. Die Weisheit liegt auch hier in der Mitte, wie beimLuxus, nicht zu viel und nicht zu wenig, oder, wie meine unvergeß-lichen Platten sagen: Nig I (sobald man verwundert ei! ei! ruft) unn!g Fi (pfui)! Die unselige Frühreife meiner Zeit zerstört Leib undSeele. Die schnellwachsende Pappel ist das Bild unserer Zeit, schön,gefallend, aber ohne Furcht und Schatten; unsere Alten pflanzten da-für Linden, die freilich langsam emporsteigen, aber dauerhaft, Wohl-gerüche duftend und houigreich sind: ihr Schatten schon erquickt dengemüthlichen Menschen, und seit ihrer Vernachlässigung steht eKUM die Bienenzucht schlechter, folglich auch um Wachs und Honig;