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rung zu vergessen. Der König selbst kann keinen Offizier zwingen,mit dem zu dienen, der seinen Stand entehrt hat; im Civilstandebravirt ein Schurke Alle neben, unter und über ihm, wenn er mitKopf die eiserne Stirne der Unverschämtheit verbindet. Der Gedankedes preußischen Ehrengerichts bleibt ein schöner Gedanke. Es isttraurig, aber es gibt sehr ernste Fälle im Leben, wo das Schicksal selbstzwischen zwei Männer zu treten scheint, die sich sogar achten könnenund doch die furchtbare Rechtspflege üben an den Grenzen der Ewig-keit. Und erst, wo es mächtige, Protegirtc Schurken gibt? Ihnenkann man nicht besser bcikommen, als mit dem Pistol oder der Klinge.Wo soll man klagen? Recht muß Recht bleiben, das Blut wird ruhi-ger, und Tausende danken im Stillen dem Manne, der den vorneh-men, nichts achtenden Schurken forderte, zumal, wenn er solchenglücklich expedirte. So tröstet Tausende der Gedanke an Strafe undBelohnung in der Ewigkeit; der heuchlerische Schurke, der sich hierglücklich durchgelogen und durchgeschlichen hat, bekommt dort seinenLohn. Irdische Teufel können die Lehre von unterirdischen Teufelnwichtig machen.
In der That, der Mißbrauch des Duells in unsern feinern Zei-ten ist so geringe, daß es mir als geringeres Uebel erscheint; muß jadie Moral selbst Krieg, Friedens- und Bundesbruch dulden! GrafLippe führte sogar bei dem tiefgesuukenen portugiesischen Militär dasDuell wieder ein, und es bekam wieder Ehrgefühl. Kann man nichtden Zweikampf feierlicher, öffentlicher machen und dadurch seltener?Der Chef des Regiments müßte zuvor ihn erlauben; und steht dieserin Ansehen und ist klug, so wird er die meisten Fülle zweifelhaftmachen und beilegen können. Wahre Ehre muß aber im Spiele sein,Männerehre, und daher gehören Stndentenduelle in das heroisch-komischeEpos, in die Froschmäusler; Kindern muß man kein scharfes Messergeben, und unreifen Jünglingen gehört nur die Feder an die Seite,nicht der Degen, und da man ihnen solchen in frühern Zeiten erlaubte,waren sie schon Männer. Der Mißbrauch des Duells ist jetzt so un-bedeutend, daß selbst schon wohlangebrachter Scherz solches beseitigthat. Jener Tollkopf rief trotz aller Erklärungen: „Blut, Blut, Einermuß bleiben!" mußte aber lachen, als sein Gegner sagte: „Gut, sobleiben Sie, ich aber gehe." Ein ehrlicher Dicker, der sich mit einerganz hagern Figur schlagen sollte, zog mit Kreide einen Strich durchdie Mitte seines Leibes, weil es billig sei? daß er nicht mehr daranDenwlritLs. VIII. 2