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[Siebenter Band. - Achter Band.]
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kürzeste, und da Jeder seinen moralischen Kihelfleck hat, so verlohntsich schon die Mühe, die Kunst zu kitzeln eiuzustudiren. Es macht schonin der physischen Welt einen gewaltigen Unterschied, ob Hans dieGretel, oder Selmar die Selma kitzelt, und noch delikater ist die Sachein der moralischen: übcrkitzelt mau, so merkt der Gekitzelte Unrath,und man hat mehr verdorben; daher es recht gut ist, daß die meistenden Solaugäusen der Hebriden gleichen, die der Fänger durch klugesKitzeln fängt. Am weitesten kommt man damit bei Damen; sie habenalle ihren Kitzelfleck an derselben Stelle, und wegen Ueberkitzelns kaunman ruhig sein. Galanterie hat schon oft zu höheren Zwecken geführt,die man ohne sie nicht erreicht hätte; beide Geschlechter sind einmalfür einander da; nur ein Joseph kann der Potiphara den Rock lassen;in eilenden Fällen bleibt nichts liegen, als höchstens die Hose.

Der Anstand oder das Decorum macht fast die ganze Moral desWelt- und Hvfmanncs, und etwas davon ist immer gut; die ewigeHandhabung der Bücher oder Feder macht Gelehrte so schwerfälligwie den Bauern Hacke und Pflug, und in der Gesellschaft behandelnsie oft die Gesellschaft als Nebensache, und man lacht mit Recht. Viel-leicht geht es mir hier und da in diesem Werke nicht besser, ohne daßich es merke, wie jener Professor einem Landedelmann mit seinen la-teinischen Programmen aufwartete, oder wie jener Prälat an der Tafelzur Seite einer Fürstin den vor ihm liegenden Vorlegelöffel als Aus-zeichnung ansah und, ihn von sich ablehnend, der Fürstin präsentirte.Die Zierbengel oder okoZaus tirss L 4 spinales kommen weiter, wenngleich ein gescheiter Mann nicht begreift, wie man sich täglich drei-mal umkleiden und um alle Kleinigkeiten bekümmern mag, wie jenerMagister, der im Vorzimmer seines Mäcen seinen Anzug von Neuemordnete und gerade seine seidenen Strümpfe mit einem Bindfaden festermachte, als der Gönner hereintrat. Es versteht sich ohnehin, daßman bei Aufwartungen alles Tabaks, Biers und Branntweins sichenthalte, aller Rettige, Hülsenfrüchte und Knoblauchs, und Jeder thutwohl, da man in Vorzimmern oft lange warten muß, sich zuvor zuerleichtern.

r Dst moäas in redus,* so sagt uns der Lateiner,

Das heißt verdeutscht: das Kitzeln fein verschmäht gewißlich Keiner.

* Es ist ein Maß in allen Dingen. Die Stelle ist aus einer französischen Komödie,worin Jemand, der das Latein nicht versteht, jene Worte Damen erklären will. Ucbrigenssind es Worte von Horaz.