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[Siebenter Band. - Achter Band.]
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ehrwürden an, und der höchste Grad ist, wo die Ehre ganz wegbleibt,Hochwiirdig. — Gott sei Dank, daß einstweilen die Hochwürden Gna-den und Hochwürden Excellenzen fort sind, und die Hochwürden Emi-nenzen folgen werden, wie der weitere Unsinn, daß wir Verstorbeneschlechtweg Selige, Wohlsclige, Hochselige, Höchstsclige und in GottRuhende haben, ja sogar Briefe, wo man noch jenseits des Grabesmit Respekt verharrte. Sind wir nicht Alle in Schmerzen Geborene?nicht Alle arme, unwürdige Sünder? Wir dehnen unsere Höflichkeitselbst auf leblose Dinge aus und sprechen von einer HochpreislichenRegierung, einem Hochlbblichen Oberamt, einer Löblichen Buchhand-lung rc. Sind da die Frachtbriefe der Krämer besser? Ihr „Hoch-geehrter Herr" hat Sinn und so auch „Selige Erben," die ungcmeinviel Komisches haben — bas nugas in sorü-r äuount l — und dochist es noch nicht so lange, daß ich einem Buchhändler, der von einemTitulargeheimerath kein Geld erhalten konnte, und ihm nur Wohlge-boren schrieb, zum Hochgeboren und allenfalls zur Excellenz rieth, aberschon das Hochgeboren ließ das Geld herabfallen. Dem Manne vonVerdienst und dem wirklich ausgezeichneten Manne ist das ewige Gnä-dig und Unterthänig gleichgültig, und dem Kleinen verdirbt's nur denMagen, und Essenzen waren ihm besser als Excellenzen.

Wir Deutsche lassen auch — denn wir verstehen zu ldistinguiren— das Vieh fressen, saufen, verrecken, gemeines Volk essen, trinken,sterben; die Großen aber geruhen nur solches zu thun, u-nd erhebensich von einem Ort zum andern, und wenn es auch immer abwärtsginge. Man könnte sich das Wort Gnädig noch gefallen lassen, wennes Leute betrifft, die wirklich Gnade austheilen und austheilen können.Das können aber tausend Gnädige nicht; daher gefällt mir noch eherdas damit verbundene Von, das oft nichts hat, als ein StückchenSeidcnband im Knopfloche. Unsere Zeit hat so viele unwesentlicheCeremonien abgeschafft, die vielen Besuche, Wochenbettvisiten und Frau-basereien und Gcvattereieu, und nicht Alle dürfen über ihre Thüreschreiben, was Alfieri schrieb: tzui non ss xsi-cks ik tempo ^ — warumnicht auch obenerwähnte Lächerlichkeiten? Am qualvollsten mögenmanchem Sterbenden die aufgedrungenen letzten Besuche der hochwür-digen Beichtväter gewesen sein. Die Bettelmönche drängten sich zuund schrien links und rechts ins Ohr des Kranken, nicht um seinerSeele Heil willen, sondern wegen eines Legats fürs Kloster. Meinemsterbenden Großoheim nahte auch der Hofprediger, und er sagte ihm:i Diese Possen führen zum Ernsten. — 2 Hier geht die Zeit nicht verloren.