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In Oavalidrs. Schwerlich hat ein anderes Kleidungsstück eine so reicheGeschichte, etwa das Unterröckchen ausgenommen. Nur mit Müheschlüpft ein Weib in die Hose des stärksten Mannes, desto leichteraber geht es mit der figürlichen, und sie tragen sie so würdevoll, dieseFahne der Männertracht, wie nur immer der römische Lictor seineFasces. Und daß die ohnehosigcn Bettelmönche, schmutzig und in groberKutte mit einem Strick umwunden, Weibern so willkommen waren,war wohl mehr als weibliche Ncngierde; unsere jetzigen Erzieher scheinenvon ihnen gelernt zu haben, daß gewisse Dinge ohne Hosen besser ge-deihen; auch li ß im Norden sehr bedeutend das weibliche Unterschei-dungszeichen Kutte, und maunstoll kuttentoll.
Ich beneide fast das andere Geschlecht, so oft ich meine Hose auf-nnd zuknöpfen muß und mir den Bart putze, und nun noch obendreindie Hosenträger, welche die Manöver, die wir doch täglich einige Malemachen (Weiber trinken weniger, und in Bierländern ist gar kein Ab-sehen), erschweren. Unsere Vater ersparten sich diese Mühe bei ihrenkleinen Hosenthürchen, wenn auch gleich manchmal etwas herausschlüpfte,das sie verlegen machte, und das schottische Schürzchen wäre bequemer.Doch unsere Zeit liebt Bequemlichkeiten; unsere Mode ist gegenwärtigwirk.ih bequem; wer weiß, was noch in Betreff der Hosen versiegtwird, und bis dahin betrachte ich den Hosenträger als einen wahrenMittler zwischen dem obern und untern Menschen.
Aber wer möchte die Moden alle schildern von Adams Thierfellund Eva's Feigenblatt an bis zu dem neuseeländischen Ueberrock vonFlachsstengeln und dem neuesten Kopfaufsatz der Pariserin? DieCoi'ffures werden sich ändern, so lange man noch die Feder haltenwird, die Co'tffure der Männer ausgenommen; die Thorheit, die Na-tur aufzuputzen, vom Karmin, Gold und Diamant der Europäerinbis zur rothen Feder der Australierin, zum Talg der Hottentvttinund zu ihrer natürlichen Schürze, die nenn Zoll lang gezogen werdensoll wie auch das Ohrläppchen, gilt für guten Geschmack. Die Ringeam Finger, an den Ohren, Nasen, Lippen und Füßen, ja an demOrte, den man nicht nennt, die schmerzhaft eingegrabenen Figuren,gepreßten, kleinen Füßchen und dann wieder Ohrlappen bis an dieSchultern, und Brüste bis an den Nabel herabgezogen; die blauenLippen und die geschwärzten oder goldenen nnd silbernen Zähne: allediese Moden haben entweder Gefallsucht oder Bestreben, Gebreche»zu verstecken, oder (bei Männern) Furcht einzujagen, zur Absicht.
Die Kutte macht nicht den Mönch, und Bart und Mantel nicht