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befördern, und sind bloß verschieden durch den Gebrauch der Mittel.Der Moralist spricht im ernsten Tone, der Satyr lacht; die Moralhält sich an das Allgemeine, der Satyr vcrsinnlicht und malt; die Moralhält sich an die Natur der Laster und Thorheiten, der Satyr über-treibt gerne, um seine Gemälde anschaulicher zu machen; ohne seinMikroskop dürfte Manches minder hellen Augen verborgen bleiben.Das Interesse der Darstellung durch geistvollen Spott verstärkt dasInteresse an der Sache, folglich die Wirkung, was der trockene Mo-ralist zu erreichen nicht erwarten darf. Bloße Moral schläfert ein,wie die Predigten des Danischmende den Sultan, und der schicklichsteWahlspruch des Satirikers ist:
Unsere Neigung, eher das Böse als das Gute von Andern zuglauben, liegt tief in der Natur, und nur meine lieben Juristen —böse Christen — zeigen hier eine ungewöhnlich liebenswürdige Seiteund halten Jeden für Konus, so lange das Gegentheil nicht bewiesenist; ja Ulpian hat sogar die Rechtsregel: Ssnixor in obsouris, guockniiniinuin est, sogueinnr. ^ Die Theologen aber hielten in christlicherLiebe Alle für böse und arme Sünder, und mit diesen halten es nochheute alle Herren Vettern und Frau Basen, Gevatter und Gevatte-rinnen. Wenn unsere Großmütter ein Mädchen allein mit einerMannsperson sahen, so hieß es gleich „die Vögel ziehen zu Neste;"wenn sie Einen bei einem verrufenen Menschen sahen: „Gleich undgleich gesellt sich gerne;" sahen sie Einen in schönen Kleidern: „Dasgeht nicht mit rechten Dingen zu," und bei jeder Gelegenheit wurdeihr „Gelegenheit macht Diebe," und „wer sich in Versuchung begibt,kommt darin um," angebracht. Manchmal mögen diese lieblosen Ma-ximen Warnung gewesen sein, aber sie bleiben immer Fraubasenmaxi-nien und der lachende Satyr scheint mir besser, wie auch FreundHoraz meint:
Spott und Ironie ist zwar auch ein kräftiges Strafmittel inder Hand des Satyr, darum aber Spott und Satire nichts wenigerals gleichbedeutend; sie unterscheiden sich wie Scherz und Ernst durchi Im Lachen die Wahrheit verkünden.
2 In Fallen, die nicht klar sind, müssen wir immer das Mildeste annehmen (das-Kleinste glauben).
2 Schneller erlernt man ja stets und behält auch lieber, was spottendEiner gesagt, als was er gelobt und mit Ehrfurcht gebilligt.