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[Siebenter Band. - Achter Band.]
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Legate vermacht, die Tibcrius auszuzahlen vergaß; ein Bürger raunteeiner Leiche etwas ins Ohr, und auf Befragen sagte er: „Ich bat denTodten, Kaiser August zu melden, daß wir von seinem Vermächtnißnoch keinen Heller gesehen hätten." Tiberins befahl augenblicklich, ihnzu todten, damit er selbst mit August sprechen könne, zahlte aber dieLegate. Höchst merkwürdig bleibt es indessen, daß die Welt der Altenund so auch unserer Deutschen gegen die Sarkasmen weniger empfind-lich war. Warum? — Sie war nicht so kleinlich. Der Mann,der sich fühlt, geht leicht über Kleinigkeiten hinweg, der Krähwinklertobt darüber; daher die spinnenartigen Feindschaften an kleinen Orten;sie sind ja selbst Kleinigkeiten, woher große Ideen? daher in unsereralten Viclstaaterei der elende Provinzialismus; woher sollen wir aus-gezeichnete Satiriker nehmen? Rabener lächelte höchst beschränkt höch-stens über kleine Thorheiten der Kleinen, aber Thorheiten ins Großeund Thorheiten der Großen — manus äs tnbula! '

Nur in freien Verfassungen darf -ein Swift den Vorschlag wagen,Irland blühend zu machen, daß mau die Kinder auf dem Blumenkohlspeise, und nur in freien Verfassungen kann wieder eine so niedrigePosse so viel Eindruck auf die Regierung machen, daß sie die Handels-beschränkungen Irlands wirklich aufhebt. Nur in England darf einDeputirter wagen, einem Höfling König Carls II., der bei Geld-verweigerungen die Residenz von London nach Oxford zu verlegendroht, zu sagen: „der König scheint sehr aufgebracht; er wird unsdoch wenigstens die Themse lassen?" Nur in England wird ein Frank-lin dem Minister Walpole, der die Verbrecher nach den amerikanischenKolonien zu schicken anfing, schreiben: „Wir wollen Ihnen zum Dankebenso viele Klapperschlangen für die königlichen Gärten senden;"und nur in England darf man es wagen, bei Pitts Haarpudertaxemit sechs Rappen im Hydcpark herumzufahren mit reichlich eingepu-derten Mahnen und Schweif, oder bei der Fenstertaxe öffentlich zubedauern, daß Momus Wunsch, das Herz jedes Menschen möchte einFensterchen haben, nicht erfüllt worden sei, oder auf ein zugemauertesFenster im Erdgeschoß zu schreiben: Illtt's Vorüs Vol. I. II. III. IV.

Je unpoetischer eine Nation oder Zeit ist, desto leichter nimmt sieScherz für Satire, und je ungesitteter sie wird, desto leichter Satirefür Scherz. Die Narren- und Eselsfeste, die Mysterien und Oiter-späße auf der Kanzel fallen in die andächtigsten Zeiten; aber das Ehr-würdige behauptete sich dennoch, und erst später wurden sie zweideutiger1 Diesen war er nicht gewachsen (eigentlich: Die Hände von: Tisch!)