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noch nach seinem Tode bedauert wurde; aber so beliebt er war, sofanden doch einst einige Gäste seine Sprüche so stachelig, daß sie ihmNachts aufpaßten und ihn in den Fischbach stürzten; aber er rafftesich auf, sprang heraus und rief:
Herr Gott, du gerechter Richter!
Der du bei Nacht kennst alle Gesichter,
Thue doch mir so diel zu lieb,
Sage mir, wer sind die Dieb?
So werd' ich fröhlich sein und wieder lachen,
Wenn man sie straft, daß ihr Herzbändel thut krachen!
Die Fabel, in der die Satire zuerst auftritt, ist nichts anders alsdie furchtsame Vernunft, die sich hinter die Larve der Thorheit ver-birgt, und es ist merkwürdig, daß die Erfinder unserer Fabeln Sklavenwaren, wie Acsop und Phädrns, und selbst Bidpay am Hofe Indiens,der Grundlcger der Fabeln, kann für einen Sklaven gelten, so gutals Nathan am Hofe Davids. Dieser alte Hofprediger sprach zuDavid weder von Mördern noch Ehebrechern, die das Reich Gottesnicht ererben, sondern erzählt seine Fabel vom Reichen, der das einzigeSchäfchen des Armen schlachtete, und so auch Jotham die schöne Fabelvon den Bäumen. Menenius Agrippa besänftigte den gegen diePatrizier ausgebrachten Pöbel, der aus- und nach dem heiligen Bergezog, wie Studenten, durch seine Fabel von der Empörung der Gliederdes Körpers gegen den Magen, und St. Athanasius, der seinen Neben-buhler lieber im Kloster sah als auf dem mit Alexandrien rivalisiren-den Patriarchenstuhl zu Constantinopel, erzählt dem Kaiser Valens:Ein Färber hatte eine weiße Katze, die, in seinen Farbenkessel gefal-len, ganz schwarz herauskam; die Mäuse glaubten, sie sei ein frommerMönch geworden, der allem Fleisch entsagt habe, wagten sich wiederaus ihren Löchern, fanden aber nur zu bald, daß sie weit wilder ge-worden sei, als vor Anlegung des heiligen Schwarzrockcs. Die Moralthut noch heute recht wohl, wenn sie sich vergoldeter Pillen bedient,oder den Kindern die Arznei in irgend einem angenehmen Säftchembeibringt.
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Unter Cäsar und August durften die Römer noch scherzen, absrschon unter Tiberius konnte es den Kopf gelten. August hatte RvM
i Die Welt ist alt, so sagt man zwar, ich weiß es wohl, jedochMan muß sie wie ein kleines Kind stets amüfiren noch.